Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 287)
- Language
- German, English, Hebrew
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jüdische Volk und für Palästina arbeiten machen. Darin liegt der grosse Vorzug der erweiterten Jewish Agency. Im Laute des letzten Winters fiel die alte englische Regierung. Es fanden .Neuwahlen statt, eine neue Regierung wurde gebildet und viele Zionisten hatten Angst, dass das neue Parlament gegen das Mandat sein würde, und da haben huuderte und tausende Juden in England dafür gearbeitet, die Aurrechterhaltung des Mandats im gegenwärtigen Parlament zu sichern. Wären wir nur auf die organisierten Zionisten angewiesen, so hätten wir es nicht machen können. Aber wir zogen einen grossen magischen Kreis, in den wir immer mehr Leute hereinnahmen, und sie kamen und halfen, und was war das Resultat? Dass die Antwort des Duke o f Devonshire günstiger war als das White Paper von Churchill. (Del. Dr. Cr e Ib er: Das englische Kolonialministerium hat sich desinteressiert erklärt!) Niemand hat hier von der wunderbaren Rede B a 1 f o u r s im Hause der Lords vor einigen Monaten gesprochen — eine der schönsten Reden, die je ein Nichtjude über das jüdische Volk gehalten "hat. (Lebhafter Beifall.) Hetr Fischer hat den Artikel von Lloyd George erwähnt. Das ist wirklich ein goldener Brief, der in jedem jüdischen Hause eingerahmt sein müsste. Diese. Arbeit wurde nicht nur von organisierten Zionisten getan, sondern von Juden, denen wir die Begeisterung für Zion einimpfen konnten. (Del. Dr. Gelber: Was hat Lionel de Rothschild gemacht?) Dieser Zwischenruf zeigt wieder, wie wenig man über englischjüdische Verhältnisse informiert ist. Es gibt in England Juden, wie Sir Alfred Mond, James de Rothschild und sogar Lionel de Rothschild, die wir, wenn wir die Jewish Agency gründen, vielleicht hereinbekommen werden. Aber ob wir sie bekommen oder nicht, der grösste Teil der englischen Judenheit ist für die Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina. (Beifall) Man spricht von einer begrenzten Immigration. Es tut mir leid, dass ich keine Gelegenheit hatte, in der Generaldebatte zu sprechen. Vizepräsident Motzkin (unterbrechend): Sie haben mich vorhin bei der Generaldebatte darauf aufmerksam gemacht, dass ich den Rednern nicht gestatten soll, über die Jewish Agency zu sprechen. Jetzt muss ich Sie bitten, nicht auf die Generaldebatte zurückzukommen. Delegierter Dr. Daiches (fortsetzend): Ich wollte sagen, wenn ich Gelegenheit gehabt hätte, in der Generaldebatte zu sprechen, so hätte ich gezeigt, wie unkorrekt viele Aeusserungen im Referate Ussischkins waren. Ich muss mich aber an die Weisung des Herrn Präsidenten halten. Man spricht von der Begrenzung •der Immigration. Die ist gegeben durch den Mangel an Mitteln. Das ist eine Sache für die Jewish Agency. Das Mandat enthält die Möglichkeit der Zionisierung der gesamten Judenheit. Handeln Sie politisch im richtigen Sinne und im Sinne des Propheten, dessen Worte wir dieser Tage lesen „Erweitere den Ort deines Zeltes", so dass das ganze jüdische Volk in das grosse zionistische * Zelt hineinkommen kann. Dann werden wir alle arbeiten können daran, dass die alten Ruinen wfeder zu einer neuen blühenden Heimstätte werden. Die Erweiterung der Jewish Agency wird der grösste Erfolg des Zionismus sein, die Bürgschaft für die Durchführung des gewaltigen Programmes der zionistischen Arbeit, und dann werden wir den Tag erleben, der Erlösung bringen wird, wirkliche Erlösung dem jüdischen Lande . . . (Ironische Rufe: Amen!) „Amen" ist ein Wort, mit dem man nicht scherzen darf! : . . und Erlösung bringen wird dem jüdischen Volke und einer nach Gesundung dürstenden Menschheit. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) 264