Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 276)
- Language
- German, English, Hebrew
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geworden. Denn damit, dass es eine angemessene jüdische Vertretung als eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes gibt, ist das jüdische Volk in die Reihe der Völker eingetreten, welche Träger des öffentlichen Rechtes sind. Damit ist das jüdische Volk in die Familie der völkerrechtlich anerkannten Rechtssubjekte eingetreten. Das ist in meinen Augen, auch wenn Sie von dem zweiten Teile des Artikels 4 absehen, etwas, was wir vielleicht alle noch nicht in seiner Grösse erfasst haben und dessen wir uns gegenwärtig bewusst werden müssen. Denn wenn auch der zweite Teil die Kompetenzen dieser öffentlichen Körperschaft auf den Aufbau des jüdischen Palästina einschränkt, so mindert diese Einschränkung nicht 'diesen öffentlich-rechtlichen Charakter, mindert nicht die Bedeutung der Tatsache, dass es nunmehr im Recht aller Völker ein jüdisches Volk als anerkanntes Rechtssubjekt gibt. Diese Erkenntnis finden Sie allerdings irn jüdischen Volke nicht verbreitet, Sie finden sie auch in den zionistischen Kreisen nicht verbreitet. Sie finden dagegen in zionistischen Kreisen und sogar in Kreisen hervorragender Beamter der Zionistischen Organisation den Versuch, durch Spielereien auf dem Gebiete der englischen Orthographie die Bedeutung dieser öffentlichen Körperschaft herabzudrücken. So sagt man zum Beispiel, das Wort Jewish Agency sei mit einem kleinen „a" geschrieben, und proklamiert nun die Politik des kleinen „a" und verkleinert, was man uns gegeben hat. Warum man das tut, will ich nicht entscheiden. Vielleicht soll das das Präludium sein, damit man dann leichter das weggeben kann, was man vorher verkleinert hat. Vielleicht werden Sie jetzt begreifen, warum es Zionisten gibt, die sich gegen die Bagatellisierung dieser Frage mit solcher Leidenschaft wenden, warum in den Menschen, die die Bedeutung dieser Errungenschaft erkannt haben, eine solche Aufregung erweckt wurde, als man mit der Idee kam, wir möchten im Handumdrehen auf dem Wege über eine Blankovollmacht diese Errungenschaft weggeben. Wenn Sie vielleicht, meine Herren, die Beteiligung am Palästinaaufbau weggeben könnten — ich bin nicht dieser Ansicht — würden Sie diese eine historische Tatsache denen geben, die von vorneherein diese Errungenschaft nicht wollen, die sie niemals anerkennen wollen, die alles dagegen tun, auch wenn sie sonst für den Aufbau Palästinas sind? Das ist die eine Seite des Problems. Die andere Seite brauche ich nicht ausführlich zu behandeln, ich will nur darauf hinweisen, welch ungeheure Bedeutung diese Körperschaft beim Aufbau von Palästina hat. Es ist sehr viel darüber gesprochen und oft klargemacht worden, worin der nationale Aufbau des Landes liegt. Wir beabsichtigen ja nicht, ICA-Kolonien oder argentinische Kolonien in Palästina zu errichten, sondern ein nationales Heim für das jüdische Volk. Dabei müssen wir genau prüfen, wem wir die Verantwortung, die man uns übertragen hat, übergeben sollen. Die Zionistische Organisation ist zur Jewish Agency ernannt worden, und ich will feststellen, dass die Zionistische Organisation vor einem Jahre in Karlsbad erklärt hat, dass sie die Funktionen der Jewish Agency übernimmt. Es scheint, als ob man dies, an gewissen Stellen vergessen hätte, denn obwohl unsere Exekutive seit einem Jahre bereits* die Funktion der Jewish Agency bekleidet, habe ich in dem Tätigkeitsberichte vergebens einen Bericht über die Jewish Agency gesucht, und ich hoffe, dass das nicht darauf zurückzuführen ist, dass man keine Tätigkeit ausgeübt hat. Vergessen Sie nicht: Wir haben Rechte und Pflichten bekommen und wir haben vor allen Dingen eine ungeheure Verantwortung vor der Geschichte und vor dem jüdischen Volke übernommen, als wir diese grosse politische Errungenschaft auf uns genommen haben; und wenn wir daran denken, diese Kompetenzen zu teilen, dann müssen wir uns vor allem fragen: Können wir es mit der Verantwortung, die wir als Sachwalter der wichtigsten Rechte des jüdischen Volkes tragen, vereinbaren, dass wir die Rechte und Pflichten 25a