Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 263)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476280--5371-3481516- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Organisation zu vielen Fragen im Westen das Resultat der Einstellung dar Zionisten im Osten war und heute noch ist, so liegt die Haupt Voraussetzung dafür, däss der Weltkongress verwirklicht werden soll, darin, dass wir als Zionistische Organisation uns geschlossen für ihn einsetzen und erklären sollen, dass wir nur ihn als eine neue Form der Volksbewegung haben wollen. Dadurch kann der Weltkongress eine Tatsache werd'en, die in beschränkter Zeit zu verwirklichen ist. Wenn wir vom Weltkongress reden, so dürfen wir das nicht in dem Sinne verstehen — was ein grosser Irrtum wäre —, dass darunter nur eine solche Vertretung des jüdischen Volkes gemeint sein kann, die auf Grund der ideellen Form eines demokratischen allg€meinen und proportionellen Wahlrechtes in allen Ländern zustande kommt. Das wird nicht überall möglich sein. Dort, wo die Judenheit nicht demokratisch in dem Sinne aufgebaut ist, dass sie sich selbst als Demokratie und Volkstum betrachtet, sondern wo sie die Formen des oligarchischen mittelalterlichen Aufbaues bei- -behalten hat — dort müssen die Formen der Repräsentanz für einen solchen Weltkongress entsprechend geändert werden. Die wesentliche Idee des Weltkongresses ist nicht die demokratische Wahl, sondern die, dass der adäquate Aufbau des nationalen Heimes nur vom jüdischen Volke selbst in seiner Wirklichkeit vorgenommen werden kann. Es mag sein, dass wir in unserer Stellung zum Weltkongress beeinflusst sind von dem Drucke der Reaktion, die jetzt in der allgemeinen wie in der jüdischen Welt herrschend ist, nämlich von der Reaktion auf den Umstand, dass grosse Massen unseres Volkes politisch geschwächt und ruiniert sind. Stünden wir nicht unter diesem Drucke, dann wäre die richtige Folge einer siebenundzwanzigjährigen Entwicklung einer so grossen Bewegung, die heute eine halbe Million Anhänger zählt, dass wir sagen: wir können Elemente heranziehen, die mit uns durch die Idee des Aufbaues Erez Israels verbunden sind1. Dia Idee des Weltkongresses ist uns zu teuer, als dass wir uns damit begnügen1 würden, sie hinter den Turm einer Resolution zu setzen. Lassen wir die Idee dort, wo sie einmal verwirklicht werden kann, frei walten, aber legen wir sie nicht in die Kette einer Resolution. Die Frage des Weltkongresses müsste von unserer Tagesordnung, abgesetzt werden, und wir müssen offen sagen, dass wir in dieser Zusammensetzung in uns nicht die Kräfte gefunden haben, um den Beschluss über den Weltkongress zu verwirklichen. Meine Meinung ist, dass der Weg gangbar ist. Ich will aber noch einmal unterstreichen: Wenn wir uns auf den Weg der Verwirklichung des Weltkongresses begeben, so wird es uns wie: mit allen Ideen gehen, sobald man einmal an ihre Verwirklichung herantritt. Wir hatten die Idee vom jüdischen Reiche und wir haben sie auch bis heute. Als wir uns anschickten, diese Idee za verwirklichen, mussten 240