Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 262)
- Language
- German, English, Hebrew
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Es ist die Frage aufgeworfen worden, ob es nicht möglieh ist, einen provisorischen Zustand zu schaffen. Es ist der Vorschlag gemacht worden, die neuen Elemente unter der Voraussetzung heranzuziehen, dass wir die Herren bleiben und dass wir nötigenfalls diejenigen, die wir herangezogen haben, wieder entlassen können; wir sollen das Ganze in gewissem Sinne probeweise machen. Wir dürfen uns aber dabei keiner Täuschung hingeben. Die Jewish Agency ist eine internationale Institution und es wird nicht möglich sein, das, was man einmal gemacht hat, wieder rückgängig zu machen. Man kann hier nichts rückgängig machen. Es wird eine neue Situation entstehen. Der Artikel 4 des Mandates wird, wenn wir die erweiterte Jewish Agency schaffen, jedenfalls in dem Sinne geändert werden müssen, dass es heisst: Die Jewish Agency ist die Zionistische Organiation p^us ein X. Es ist das eine ernste Frage, die studiert werden muss, weil sie weitgehende Konsequenzen nach sich ziehen wird, weil die Gestalt der Zionistischen Organisation, die bisher die Form einer Volksbewegung hatte, geändert werden muss. Das wird sie nicht mehr sein können, weil die Hauptelemente immer mehr auf die Jewish Agency übertragen werden, und es ist unbedingt nötig, dass die Verbindung zwischen der Zionistischen Organisation und der Volksbewegung hergestellt und ein anderer internationaler Zustand geschaffen werde. Deshalb ist der Schritt, den wir tun wollen, verantwortungsvoll urtd wir müssen ihn tun im Bewusstsein seiner Notwendigkeit, aber auch im vollen Bewusstsein des Ernstes seiner Konsequenz. (Ruf: Wie macht man das?) Auf der Jahreskonferenz ist der Beschluss angenommen worden, dass die richtige Form der Heranziehung neuer Elemente der Weltkongress sei. Mit dem Weltkongress haben wir kein Glück gehabt. Der Weltkongress kann nur durch einen gewaltigen Aufwand von Energie an der Peripherie und durch eine grosse Begeisterung im Zentrum geschaffen werden. Diese Voraussetzung haben wir in unserer Leitung nicht gehabt. Ich will nicht die Frage analysieren, ob das ein Fehler war oder nicht, ich will nur konstatieren, dass diese Hauptbedingung nicht gegeben war. Der Weltkongress beruht vorläufig nur auf einem Briefwechsel. Das Resultat dieses Briefwechsels war, dass der grösste Teil unserer Organisation in der Angelegenheit des Weltkongresses eine positive Stellung eingenommen hat. Nach meiner tiefen Ueberzeugung hängt die Frage des Weltkongresses ausschliesslich davon ab, ob die künftige Leitung die nötige Energie, die nötige Hingebung aufweisen wird. Die Frage des Weltkongresses ist in der Ost- und Westländern natürlich verschieden. Die Stellung der Westländer ist ausschliesslich als Funktion des Druckes, den der Osten ausüben kann, zu betrachten. Wie der Joint seinerzeit durch den Druck von unten geschaffen wurde und wie die Stellung der Zionistischen 239