Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 148)
- Language
- German, English, Hebrew
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VIERTER VERHANDLUNGSTAG q 6. Sitzung Donnerstag, den 9. August 1923. Beginn: 10 Uhr 5 Minuten vormittags. Vizepräsident Lipsky: Die Sitzung ist eröffnet. Herr Kapiansky hat das Wort. Mitglied des A. C. Ing. S. Kapiansky (Poale Zion, jüdisch): ' Geehrter Kongress! Zunächst einige Bemerkungen zum Referate des Herrn Ussischkin. Die Tatsachen, welche er bezüglich des Bodenkaufes und der Tätigkeit des Nationalfonds sowie der P. L. D. C. vorgebracht hat, beweisen, wie recht wir im Prinzip hatten, die Privatinitiative für die Schaffung .der Agrarbasis unserer Kolonien als unbedeutend gegenüber den nationalen Fonds anzusehen. Wir denken, dass der allgemeine Ueberblick über die Kräfte, die sich am Aufbau beteiligen, unser Urteil bestätigt, dass die Finanzierung der Kolonisation nicht auf privatem Unternehmerkapital basieren kann, sondern auf nationalem Kapital unter demokratischer Kontrolle. Ich habe einmal eine Statistik des Kapitals versucht, welches in Palästina in den letzten vier bis fünf Jahren investiert worden ist, und habe berechnet, dass von den 5,000.000 Pfund, die von 1918 bis 1922 eingegangen sind, höchstens 1,000.000 bis 1,500.000 Pfund privates Kapital für industrielle und agrarische Zwecke waren. Der restliche Hauptteil von 3,5 Millionen stammt aus verschiedenen nationalen Quellen und von den jüdischen Banken, die Kapital in der Form von Aktien und Obligationen mobilisiert haben, was immer noch eine gesellschaftliche Form von Kapitalkonzentration darstellt und die überdies unter der Kontrolle der Zionistischen und der Arbeiterorganisationen stehen. Aus diesen Tatsachen ergeben sich wichtige Konsequenzen. Die Krise in der zionistischen. Bewegung, die Unsicherheit in der Politik und in der Frage der Führerschaft basiert darauf, dass die Zionistische Organisation in ihrer Mehrheit von bürgerlichen und kleinbürgerlichen Elementen beherrscht wird und keine bestimmten Anschauungen und Methoden in der Hauptfrage hat, mit welchen Mitteln und Kapitalien Erez Israel gebaut werden soll. Die zionistische Bewegung schwankt zwischen der Bemühung, ein grosses nationales Kolonisationskapital zu schaffen und der stillen Hoffnung, dass Palästina durch Profitkapital aufgebaut werden wird. Dieses Schwanken in der fundamentalen "wirtschaftlichen Frage des 125