Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 125)
- Language
- German, English, Hebrew
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Mitglied des A. C. Rabb. Meyer Berlin (fortfahrend): Ich schätze die Mitglieder der Arbeiterorganisationen sehr, denn sie haben beisses Blut, und ich wünsche, es gäbe unter uns viele so fanatische Vertreter unserer Sache. Nur eines verlange ich von ihnen (zur Linken gewendet): Ich verlange, dass Ihr versteht, dass auch anderen etwas heilig ist. Wenn Ihr nicht zulassen wollt, dass man Eure Ehre antastet, so müsst Ihr verstehen, dass auch wir nicht zulassen können, dass man das Heilige entweiht, woran wir ebenso fanatisch hängen, wie Ihr an Eurer Idee. Ich gehe jetzt zur Leitung selbst über. Ussischkin erzählte uns über die Bauten, die in Palästina neu aufgeführt wurden. Wir freuen uns, dass unser Aufbau Fortschritte macht, aber wir fragen die Zionistische Leitung in Palästina: Warum hat man schon einen Platz für ein Gymnasium in Jerusalem gefunden und warum nicht für das Lehrerseminar des Misrachi? Warum hat man noch kein Geld gefunden für ein Gebäude der Tachkemoni-Schule? Immer findet man Ausreden: Kein Geld ist da, keine Menschen usw. Aber ich sagte schon, dass ich nicht von theoretischen Dingen spreche — die interessieren mich diesmal nicht —- sondern von Tatsachen und Taten, mit denen wir Tausende frommer Juden unserer realen Arbeit in Palästina näherbringen können. Ich rufe den Präsidenten Dr. We i z m a n n zum Zeugen an und hoffe, dass er jetzt nichts anderes sagen wird, als er in Amerika gesagt hat, dass nämlich die grössten Summen, die für den Keren Hajessod gegeben wurden, aus den Kreisen der Orthodoxen stammen, von denen, die in den Bethäusern beten. Und warum kümmerte sich die Leitung in Jerusalem und London nicht darum, mit Taten die Orthodoxen näher zu bringen? Warum baute die Leitung mit der Linken und zerstörte mit der Rechten? Ein anderes Beispiel: Wegen eines Schochet, der an einem Ort für 30 Pfund angestellt werden sollte, hat man die grössten Schwierigkeiten gemacht. Jerusalem hatte schon zugestimmt, da hat man in London gesagt, wir haben kein Geld für einen Schochet. (Zwischenruf des Del. Locker: Was habt Ihr mit Eueren 25.000 Pfund getan?) Ich werde auf diesen Zwischenruf antworten. Wenn wir dieses wenige Geld nicht gehabt hätten, dann hätten wir nicht einmal die wenigen religiösen Chaluzim nach Palästina bringen können, und dann wäre in Amerika nicht einmal die Hälfte von dem gesammelt worden, was gesammelt worden ist. Die gewählte Leitung ist uns für die Durchführung der Beschlüsse verantwortlich. Ich verlange Aufklärung darüber, was die Leitung getan hat, um den Beschluss des vorigen Kongresses durchzuführen und um durch Wahrung des Religionsgesetzes die orthodoxen Juden in die zionistische Arbeit hereinzubringen. Auf diese Frage verlange ich Antwort von den Mitgliedern der Leitung. (Starker Beifall rechts.) Vizepräsident Ben-Zwi: Ich erteile dem Vertreter der Arbeiterorganisation, dem Delegierten R e m e s das Wort, nicht zu einer Rede oder zur Debatte, sondern um Tatsachen für das Protokoll richtigzustellen. 102