Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 80)
- Language
- German, English, Hebrew
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der ungeheuer schweren Lage von Millionen Juden in vielen Ländern ist in unserer eigenen Heimat sehr wenig geschaffen und vorbereitet worden. Aber doch sind diese beiden Jahre nicht umsonst gewesen. Wir sind ein schönes und schweres Stück vorwärtsgekommen. Diese zwei Jahre sind für uns nicht verlorengegangen. Und wenn wir der Aufgabe gewachsen sein wollen, die uns unsere Geschichte gestellt hat, dann sollen Menschen zu uns kommen in grosser Zahl, mit unerschütterlichem Glauben an unser Endziel, mit unbegrenzter Liebe zu unserem Volke und zu unserem Lande und mit unermüdlicher Arbeitsfähigkeit. Dann werden wir unsere Aufgabe in einer viel kürzeren Zeit, als andere es von uns denken, lösen. „W ir werdenPalästinainErez Israel verwandeln.44 (Lebhafter, anhaltender Beifall und Händeklatschen.) Delegierter David Abishar (Mesopotamien, hebräisch): Geehrter Kongress! Ich weiss nicht, was für ein Gefühl im allgemeinen auf diesem Kongress herrscht. Ich, als gebürtiger Palästinenser, habe das Gefühl, dass man auf diesem Kongress der hebräischen Sprache die Flügel gestutzt hat. Immer wieder sind Beschlüsse gefasst worden, dass die hebräische Sprache die offizielle Sprache ist, aber es ist merkwürdig, dass wir jedesmal über diesen Beschluss uns hinwegsetzen. Wir kämpfen in Palästina mit der Mandatsregierung und verlangen, dass sie unsere Sprache anerkenne. Aber wenn wir selbst sie nicht anerkennen und in diesem Punkt unsere Pflicht nicht erfüllen, was werden uns die anderen sagen, was wird uns die palästinensische Regierung sagen, wie wird man sich zu unserer Sprache verhalten und was werden wir ausrichten? Die meisten Delegierten verstehen Hebräisch, mit welchem Recht hat man damit angefangen, auf dem Kongress in anderen Sprachen zu sprechen? Ich will nicht formalistisch sein, aber ich verlange im Namen Palästinas, dass jeder, der Hebräisch kann, auch hier Hebräisch spricht und dass bei dem, der nicht Hebräisch sprechen kann, die Rede ins Hebräische übersetzt wird. (Beifall.) Sekretär des Kongresspräsidiums Dr. Löwenstein macht eine Reihe geschäftlicher Mitteilungen und verkündet: Die nächste Sitzung beginnt um halb 4 Uhr nachmittags. (Schluss der Sitzung: 12 Uhr 55 Minuten mittags.) * 3. Sitzung Dienstag, den 7. August 1923. % Beginn: 3 Uhr 30 Minuten nachmittags. Vorsitzender Vizepräsident Leo Motzkin: Ich eröffne die dritte Sitzung des Kongresses. Herr Dr. Löwenstein hat das Wort zur Verlesung einiger Begrüssungen. Sekretär des Kongresspräsidiums Dr. Löwenstein verliest eingelangte Begrüssungen. Vizepräsident Motzkin: Es ist ausserdem noch ein Brief von Herrn Julius Simon eingelangt, dessen Inhalt Ihnen bei späterer Gelegenheit zur Kenntnis gebracht werden wird. 57