Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 54)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476280--5162-3481307- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
sehen Lebens: von kleinen Anfängen, nach einem harten Kampf, kam er zu einem endlichen Erfolg. Präsident Harding war ein aufrichtiger Freund der zionistischen Sache. Er hatte einen grossen Anteil daran, dass beide Häuser des Kongresses der Vereinigten Staaten einstimmig Resolutionen zugunsten der Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina annahmen. Kurz nachdem er Präsident geworden war, empfing er eine Delegation der Zionistischen Organisation von Amerika, welcher er seine volle Uebereinstimmung mit unseren Zielen aussprach. Ich will Ihnen einen Brief verlesen, den Präsident Harding dem amerikanischen Keren Hajessod zu Beginn eines unserer letzten Drives sandte: Ich freue mich, Ihnen meine Zustimmung und herzliche Sympathie auszudrücken für die Arbeiten des Palästina-Qründungsfonds zum Zwecke der Wiederherstellung Palästinas als einer Heimstätte für das jüdische Volk. Ich habe immer mit einem Interesse, das in gleichem Masse von praktischen Erwägungen und von gefühlsmässiger Sympathie ausgeht, die Idee der Wiederherstellung Palästinas und der Wiedererrichtung einer wirklichen jüdischen .Nation verfolgt und ich hoffe, dass die Anstrengungen, welche jetzt in diesem und in anderen Ländern in dieser Hinsicht gemacht werden, das grösste Mass von Erfolg haben mögen. Wir teilen die Trauer, in die unser Land so grausam und unerwartet versetzt worden ist. Wir haben einen edlen Präsidenten, die Menschheit hat einen wahren Freund verlöre». Präsident Sokolow: Ich bitte die neugewählten Mitglieder des Präsidium^, ihre Plätze einzunehmen. Verehrter Kongress! Wir haben nun die traurige Pflicht, unseren eigenen Toten einige Worte der Erinnerung zu widmen. (Die Versammlung erhebt sich.) Es wurde schon desjenigen gedacht, der leider unsere diesjährige Totenliste krönt, Dr. Max Nordau. Wir gedenken nun seines treuen Freundes und Mitarbeiters Dr. Alexander Marmore k. Dr. Alexander Marmorek war seit dem ersten Kongress bis zum Kriegsausbruch eine aktive, hervorragende Kraft in der zionistischen Bewegung. Man konnte sich kaum einen Kongress ohne Alexander Marmorek denken. Er war nicht nur eine treibende Kraft, er war auch eine Zierde unserer Bewegung. Ein Mann der Wissenschaft, stand er im Dienste unserer Sache, treu und gradlinig bis zum letzten Augenblick seines Lebens. Ein Leben, edel, selbstlos, von einem hohen Idealismus getragen, das Leben eines Juden, auf das wir mit Stolz und Enthusiasmus emporblicken. Er war ein treuer Diener seines Volkes. Auf dem undankbaren Boden seines zionistischen Tätigkeitsgebietes vermochte er doch die ersten Saatkörner der zionistischen Idee zu säen und auch eine gewisse, wenn auch noch nicht reiche Ernte davon zu sammeln. Aber seine Tätigkeit erstreckte sich weit über die Grenzen des Landes hinaus, in dem er lebte. Alexander Marmorek beeinflusste und befruchtete die ganze zionistische Tätigkeit, den Kongress-Zionismus, den Herzl- Zionismus, den Organisatibns-Zionismus in all seiner Grösse und in all seiner Tiefe. Und wenn man von einem unserer Mitarbeiter und Führer 31