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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 27

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 27 (sequence 50)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5158-3481303
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Bild. Wir wurden analysiert und sondiert wie von einem Physiker, von einem Arzt. Die Judennot war ein Wort, das alle wertvollen Juden erschütterte und zum Denken brachte. Der Begriff des Luftmenschen flog durch das Weltjudentum, wie nur eine ganz grosse Wahrheit fliegen kann. Und während er die allgemeine jüdische Lage analytisch untersuchte, arbeitete er an der Stärkung und Vertiefung der zionistischen Bewegung. Es ist kein Geheimnis, dass auf dem ersten Kongress er es war, der das Ziel unserer Bewegung als das Streben des jüdischen Volkes feststellte, eine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina zu schaffen. Er vertrat unsere Forderungen vom Standpunkte des Soziologen. Er begründete unsere Sache und stärkte ihre Anhänger durch eine methodologische Analyse, würdig eines grossen Wissenschaftlers, Er trat an das Problem des leidenden jüdischen Volkes mit der Schärfe einer unerbittlichen Lo,gik heran, die Jahrhunderte gefehlt hatte. Alle seine Fähigkeiten konzentrierte sein grosser Geist auf die Behandlung und Heilung des jüdischen Volkes. So wurde Max Nordau, der Schriftsteller, der Gelehrte und Tribun, nicht nur für die zionistische Bewegung, sondern für das ganze Judentum eine werbende und sammelnde Kraft, deren Energie Unzählige unserer Gemeinschaft erhielt und zurückgewann. So ist mit Nordaus Namen und Wirken verknüpft, dass im Zionismus dem Judentume wieder eine Bewegung der Erneuerung entstand, an der sich die Elemente des Zerfalles und des Abfalles brachen. Von Nordaus Gaben und Nordaus Stellung in anderen Lebensbezirken: als Denker, Schriftsteller, Philosoph, Arzt, Dramatiker u. v. a. zu sprechen, ist hier weder am Platze, noch bin ich der geeignete Dolmetsch solcher Schätzung — aber er gab ein Stück, wenn nicht alles, von dem Genialen seines umfassenden Geistes, uns zu dienen. Nordaus letzte zwei Lebensjahre waren von Krankheit überschattet. Schon vorher hatten die Wirkungen des Krieges sein Leben getrübt, und es war ihm nicht mehr vergönnt, sein Leben zu Ende zu führen in jener friedvollen Heiterkeit des Geistes, die wir vordem an ihm so geliebt haben. Gross ist unser Verlust und gross der Verlust für seine Gattin, seine Tochter und seine Schwester. Ein Mann wie er musste sich auch Gegnerschaft zuziehen. Manchmal, wenn ich von den. Stürmen hörte und las, die sich über seinem Haupte entluden, dachte ich, dass er fleissig die Kunst geübt habe, die Whistler als „the gentle art of making enemies", die feine Kunst, sich Gegner zu schaffen, bezeichnet. Doch wenn er sich Gegner erwarb, so gewann er hundertmal mehr Freunde. Niemand hat einen ergebeneren Freund besessen als er in Alexander M a r m o r e k (die Versammlung erhebt sich), dessen Tod vor 27

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