Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 712 (sequence 722)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476278--5012-3481156- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Berichterstatter J. Grünbaum (Polen, jüdisch): Geehrter Kongreß! Im Namen des politischen Ausschusses habe ich die Ehre, folgenden Bericht zu übergeben. Der politische Ausschuß hat sich am 6. September konstitutiert und von diesem Tage an fast zweimal täglich Sitzungen abgehalten. Bei diesen Sitzungen hat er ausführliche Berichte aller Mitglieder der Exekutive, der Präsidenten W e i z m a n n und S o k o 1 o w und der Mitglieder des Waad Hazirim und sonstiger Personen, die sich mit politischen Fragen beschäftigen, entgegengenommen, ebenso auch von zwei Vertretern des Waad Haleumi. Die Berichte haben die ganze politische Lage und alle politischen Fragen ausführlich behandelt. Es ist eine Resolutionskommissioh gewählt worden. Diese hat eine Reihe von Resolutionen, Anträgen, Vorschlägen und Anregungen für den Kongreß und die Exekutive vorgelegt. Der politische Ausschuß hat beschlossen, dem Kongreß nur die Resolutionen über die wichtigsten politischen Fragen, die auf der Tagesordnung unseres zionistischen Lebens stehen, zur Beschlußfassung vorzulegen. Die anderen werden der Exekutive übergeben werden. Der politische Ausschuß bittet nur, daß zum Ende der Resolutionen eine Bestätigung des Kongresses erfolge, daß die Exekutive und das A. C. die Anregungen und Vorschläge zur Verwirklichung übernehme. Die erste Resolution und die erste Frage, die vom Ausschusse behandelt wurde, ist die Frage unserer Beziehung zur Balfour-Deklaration, die von unserer Exekutive entgegengenommen worden war. Die Resolution, welche von der politischen Kommission angenommen ist, drückt unsere Ratifizierung der Deklaration aus. Die Deklaration wurde dem jüdischen Volke gegeben, und wir als die Vertreter des organisierten jüdischen Volkes, die wir das Recht haben, im Namen des jüdischen Volkes zu sprechen, müssen diese Resolution entgegennehmen und unser Verhältnis zu ihr klarstellen. Die Resolution, welche in Hinsicht darauf gefaßt wurde, lautet (liest): I. „Der XII. Zionistenkongreß erklärt im Namen des jüdischen Volkes: In diesen acht Jahren, in denen wir uns nicht versammeln konnten, ist der Großteil unseres Volkes schwerer betroffen worden als je zuvor in den von Not und Pein erfüllten Jahrtausenden unseres Exils. Zu derselben Zeit empfing das jüdische Volk eine Botschaft des Trostes. Sie verhieß ihm die Bedingung, deren seine Sehnsucht und sein unablässiges Streben nach seiner Wiedergeburt durch die Neuaufrichtung seines nationalen Heims, die Begründung eines freien, einigen und allseitigen Volkslebens in seiner Heimat zu seiner Erfüllung bedürfen: die Bürgschaft des ungestörten Aufbaues. Ergriffen und dankbar vernahm das jüdische Volk die unter Zustimmung der Völker erfolgte Erklärung der britischen Nation, die unter dem Namen der Balfour-Deklaration in die Geschichte eingegangen ist, die Kundgebungen Frankreichs und Italiens und ihre Bestätigung und Bekräftigung durch den Beschluß der Mächte in San Remo. Das jüdische Volk wartet auf die Verwirklichung dieser Erklärungen und dieses Beschlusses. Es erwartet, daß in 712