Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 704 (sequence 714)
- Language
- German, English, Hebrew
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Delegierter Newman (Amerika, englisch): Ich stimme mit der Resolution Simon überein. Als Mitglied der Keren Hajessod-Kommisson habe ich die Frage schon einige Male bei der letzten Versammlung des Keren Hajessod-Komitees vorgebracht. Ich möchte vom Standpunkt der hier anwesenden amerikanischen Delegierten sagen, daß die Propaganda für Dividendenerklärung aus wenigstens fünf Gründen nicht wünschenswert ist. Erstens wünschen sie die Spender nicht, das haben wir schon herausgefunden, zweitens kann die Erklärung von Dividenden kein ernsthafter Vorschlag sein. Drittens liegt ein Widerspruch in der Ausdrucksweise vor. Wenn die amerikanischen Delegierten für Maasser stimmen, so können sie nicht Dividenden versprechen. Viertens ist die Sache praktisch schwer durchzuführen und fünftens werden wir andere richtige Investments vorzuschlagen haben, und diesen wird es schaden, wenn schon jetzt Dividenden versprochen werden. Außerdem habe ich noch nie von einer Regierung gehört, die Steuern auterlegte und von diesen Dividenden zahlt. Außer sie hätte eine Zwangsanleihe ausgeschrieben. In London sind zwei Vorschläge gemacht worden. Als Resultat ist der jetzige zustandegekommen: Einerseits Maasser, andererseits Dividenden. Vizepräsident Motzkin: Herr Goldberg wird die Meinung der amerikanischen Delegierten noch einmal in jüdischer Sprache vertreten. Delegierter Abr. Goldberg (Amerika, jüdisch): Bei uns hat man einen Kampf geführt, ob Dividenden festzusetzen sind oder nicht. In der Zeit, wo der Streit am heißesten war, haben wir in Cleveland beschlossen, von jedem Einzelnen zu verlangen, daß er keine Dividende fordert. Es hat sich herausgestellt, daß bei der Sammlung der ganze Keren Hajessod von den Parteien nicht ernst genommen wird, wenn wir die Sache mit den Dividenden nicht ernst nehmen können. Sie glauben, daß man sie durch übertriebene Versprechungen hereinlegen .-will. Man muß sich fragen, zu welchem Zwecke Dividenden erklärt werden sollen. Mehr Geld werden wir durch sie nicht hereinbekommen. Wenn wir nicht mehr Geld bekommen, können wir wieder nicht Dividenden versprechen, um nicht bei unserem Versprechen gepackt zu werden. Bei uns will man bestimmt wissen, was mit dem Geld geschieht. Wir müssen darauf hinweisen können, daß der größte Teil nach Erez Israel geht. Die Dividenden haben keine Anziehungskraft, sondern sie stiften Verwirrung. Man wendet sich zuerst ans Gefühl und mitten drin spricht man von Dividenden. Man appelliere an den Juden und sage ihm, wozu das Geld bestimmt ist, dann wird man es bekommen. Wenn das auf dem Zertifikat steht, wird Geld gegeben werden. Der Kongreß möge sich so entscheiden, wie wir es in Amerika auf Grund unserer Erfahrung beschlossen haben. Wir machen uns die Arbeit leichter und nehmen unseren Gegnern die Möglichkeit, zu sagen, daß in der Sammlung keine ehrliche Politik sein kann, wenn auf dem Kongreß darüber gestritten wird. Ich schlage daher vor, den Antrag Simon anzunehmen. Vizepräsident Motzkin: Wir stimmen also jetzt über diesen Antrag ab. Der Antrag ist von der Kommission abgelehnt, nicht wahr? Berichterstatter Dr. Hantke: Ja! 704