Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 698 (sequence 708)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476278--4998-3481142- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Vizepräsident Motzkin: Ist der Kongreß damit einverstanden? (Allgemeine Zurufe: Ja!) Das Budget erscheint angenommen. Berichterstatter Dr. Halpern: Dann habe ich nur noch mitzuteilen, daß die Subkommission der Finanzkommission für die Bank eine Reihe von Resolutionen vorzulegen hat. Herr Boris G o 1 d b e r g als Vorsitzender dieser Subkommission wird sie Ihnen vorlegen. Delegierter Boris Goldberg (Palästina): Geehrter Kongreß! Im Namen der Subkommission für Bank- und Finanzinstitute habe ich Ihnen eine Anzahl von Resolutionen vorzutragen. Die Zahl ist nicht groß, und sie sind auch in kargen Worten abgefaßt. Die Kommission ging von dem Standpunkt aus, daß entsprechend den gewaltigen Aufgaben des wirtschaftlichen Aufbaues Palästinas unser Finanzinstitut dementsprechend ausgestaltet werden müsse, weiters, daß der Leitung der Zionistischen Organisation ein bestimmender Einfluß auf die Wirtschaftspolitik sämtlicher Finanzinstitute gesichert werden müsse, d. h. aber nicht, daß der Exekutive eine Einmischung in die geschäftlichen Transaktionen der Institute zusteht. Sie haben wohl gehört, daß die Gründung einer ganzen Reihe von Finanzinstituten bevorsteht: Agrarbank, Hypotheken-, Arbeiter-, Industrie-, Zentral- und Genossenschaftsbank. Die Kommission meint, daß die einzelnen Institute in einen harmonischen Zusammenhang gebracht werden müssen und deswegen schlägt sie dem Kongreß vor, daß der Jewish Colonial Trust das Zentralinstitut .... (Unruhe.) Vizepräsident Motzkin (unterbrechend): Es war immer üblich, daß wir bei allen Kongressen uns dieser Frage, der Behandlung unseres stärksten und wichtigsten Instrumentes, mit der größten Aufmerksamkeit zugewendet haben. Sie führen das ganze Jahr Preßkämpfe und alle möglichen anderen Kämpfe um diese Sachen, und wenn Ihnen nun verschiedene Vorschläge unterbreitet werden, laufen Sie im Saale herum und hören nicht zu. Passen Sie jetzt auf! Delegierter Boris Goldberg (fortfahrend): Die Kommission glaubt daran, daß wir den zionistischen Einfluß, d. h. den Einfluß des Kongresses, des jüdischen Volkes, durch die Gründungsaktien gesichert haben, daher muß die Jüdische Kolonialbank zum Mutterinstitut ausgebildet werden. Weiter meint die Kommission, daß man alle Maßnahmen treffen müsse, um den Jewish Colonial Trust und die Anglo Palestine Co. aus dem stagnierenden Zustand herauszureißen und zur ursprünglichen Höhe zu bringen, zu der man sie ursprünglich zu bringen dachte. Die Kommission schlägt daher vor, alle Maßnahmen zu treffen, daß das Kapital von 2 000 000 Pfund wirklich aufgebracht werden solle. Weiter hat die Kommission noch vorgeschlagen, daß der Jewish Colonial Trust zum Instrument gemacht werden soll, durch welches die Konzentrierung der jüdischen materiellen Mittel in den großen jüdischen Zentren angestrebt werden solle, und schlägt daher vor, daß Filialen und Agenturen des J. C. T. in den wichtigsten jüdischen Zentren errichtet werden. Es war, wie Sie wohl wissen, in der Presse und auch auf verschiedenen Tagungen des A. C. schon mehrmals besprochen, ob die Jüdische Kolonialbank nicht derart umgestaltet werden solle, daß sie nur ein Mutterinstitut für alle anderen Institutionen werden solle und die Geschäfte an die Anglo Palestine Co. übertragen werden sollen. Die Kommission sprach sich gegen die Uebertragung der geschäftlichen Transaktionen des J. C. T. an die Anglo Palestine Company aus und vertritt die Meinung, 698