Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 694 (sequence 704)
- Language
- German, English, Hebrew
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fikationskommission zur Auswahl der Palästinafahrer, in welche alle am Palästinaamte beteiligten zionistischen Körperschalten je einen Vertreter entsenden können." Der Unterschied zwischen diesem Antrag und dem Antrage der Majorität ist ein ziemlich großer. Wir sind der Anschauung, daß ein Ressort — in diesem Falle ein Arbeiterressort — keineswegs eine Art autonomes Organ sein kann und darf, daß es vielmehr ebenso organisiert .sein muß wie alle anderen Ressorts. Wir geben diesem Ressort keine speziellen Rechte. Selbstverständlich kann das Ressort von einem Leiter geleitet werden, der die für diese Aufgaben entsprechenden Eigenschaften mitbringt, aber niemals darf man von dem Standpunkte ausgehen, daß die Zugehörigkeit zu bestimmten Klassenprinzipien für irgend ein Ressort bindend sein kann. Das Palästinaamt als solches ist der Exekutive verantwortlich und es kann nicht ein Spezialressort nach anderen Prinzipien ausgebaut sein, als alle anderen Ressorts. Es muß im Gegenteil nach denselben Prinzipien organisiert sein wie diese, unter Brücksichtigung der spezifischen Eigenschaft der Menschen, mit denen dieses Ressort zu tun hat. Ich schlage deshalb vor, den Punkt 10 in der Fassung anzunehmen, wie ich sie vorgetragen habe. Vizepräsident Motzkin: Gegen den Antrag der Minorität erteile ich Herrn Mereminski das Wort. Delegierter Mereminski: Wir wollen Ihnen vorschlagen, nur den 1. Teil des Minoritätsvotums anzunehmen. Wir stehen auf folgendem Standpunkt: Der Kongreß kann sich wegen der vorgerückten Stunde nicht mehr bezüglich aller Fragen in eine Detaildebatte einlassen. Der 1. Vorschlag ist abgewiesen worden und soll nun wieder angenommen werden. Die Beschlüsse der Londoner Jahreskonferenz in Bezug auf die Errichtung eines Palästinaamtes sind nicht klar gewesen und die Leitung hat daher für den 14. Oktober nach Mährisch-Ostrau eine Konferenz einberufen, welche trachten mußte ..... (Schlußrufe. — Anhaltender Lärm.) Vizepräsident Motzkin: Das wissen wir ja alle. Sie können unsere Zeit nicht in solcher Weise in Anspruch nehmen! Delegierter Mereminski: Ich protestiere dagegen, ich will die Resolution begründen. Vizepräsident Motzkin: Der Vorsitzende wird sich doch noch erlauben dürfen, Sie zur Kürze zu mahnen? Und Sie werden sich darnach richten! Delegierter Mereminski: Der 1. Punkt der Resolution besagt ausdrücklich, daß der Kongreß „die Beschlüsse der Londoner Jahreskonferenz in der Interpretation der von der Exekutive am 14. X. 1920 nach Mährisch-Ostrau einberufenen Konferenz der Palästinaämter" zu bestätigen hat. Ich habe daher das Recht, darüber zu sprechen. (Lebhafte Zwischenrufe. — Lärm. — Rufe: Schließen!) Vizepräsident Motzkin: Merken Sie sich eins: So oft Sie einen Redner stören werden, werde ich ihn schützen und er wird länger sprechen als Sie wollen. Wenn Sie ihn nicht stören werden, werde ich Ihre Rechte wahren und den Redner unterbrechen. (Lebhafte Heiterkeit.) Ich bitte, fahren Sie fort. 694