Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 685

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 685 (sequence 695)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476278--4985-3481129
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Berichterstatter Dr. Korngrün: verliest den Antrag (Punkt 7). Vizepräsident Berlin: Wer für den Antrag, selbstverständlich mit dem Amendement Scheinkins, ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! Angenommen. (Rufe: Pause!) Vizepräsident Motzkin (den Vorsitz übernehmend): Meine Herren, vergessen Sie nicht, daß heute der letzte Tag des Kongresses ist. Ich bitte Sie, soweit das möglich ist, im Saale zu bleiben und den Kongreß nicht zu stören. Berichterstatter Dr. Korngrün (liest): „8. In den Palästinaämtern haben die zionistischen Landesorganisationen das Recht auf soviele Vertreter, daß ihre Stimmen einschließlich der Misrachivertreter den Vertretern der Arbeitergruppen einschließlich des Hechaluz das Gleichgewicht halten." Hoher Kongreß, dieser Vorschlag ist von der Kommission ohne Rücksicht auf einzelne Stimmen angenommen worden, es liegt kein Minoritätsvotum vor. Sowohl diejenigen, welche der Kommission bestimmende, als auch diejenigen, welche der Kommission kontrollierende Rechte einräumen wollten, haben diesen Beschluß für einzig möglich gehalten, um eine Majorisierung auszuschließen. Delegierter L. Levite: Meine Herren, es ist nicht so, wie der Herr Referent gesagt hat. Nicht alle sind für den Antrag. Die Erfahrung hat bewiesen, daß Gruppen, die nicht existieren, ebenfalls das Recht der Entscheidung verlangen. In Warschau z. B. existiert die Hitachduth nicht als Gruppe. (Widerspruch von Seiten der Hitachduth-Delegierten.) Man will auch in dieser Frage die allgemeinen Zionisten als einen fünften oder sechsten Teil behandeln; das entspricht nicht der Wirklichkeit. Wir sind einstweilen die überwiegende Majorität der Zionistischen Organisation und können uns nicht herabdrücken lassen. Deshalb schlage ich vor, den Vorschlag abzulehnen. Die Gruppen sollen gemäß ihrer Stärke vertreten sein. Delegierter Dr. Schmorak: Der Immigrationskommission ist hier ein Irrtum unterlaufen. Es gibt manche Landesorganisationen, in denen die Hitachduth sitzt und keine separate Organisation bildet. So kann es nach diesem Wortlaute vorkommen, daß sie einmal als allgemeine Landesorganisation und einmal als Vertreter der Arbeiterorganisationen in der Palästinakommission vertreten sein können. Ich schlage vor, der Antrag möge lauten: In die Palästinakommissionen haben die allgemeinen Zionisten zusammen mit der misrachistischen Partei soviel Vertreter zu entsenden, als die Arbeitergruppen einschließlich des Hechaluz Vertreter haben. (Zwischenrufe und Widerspruch.— Ruf: Das steht doch in der Resolution!) Vizepräsident Motzkin: Herr Dr. Schmorak hat auch nach meiner Auffassung keinen neuen Antrag gesteilt. Es bleibt also der Antrag der Kommission, gegen den Herr Levite gesprochen hat, zur Abstimmung. Wer für den Antrag ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Es sind 82 Stimmen. Wer ist gegen den Kommissionsantrag? (Nach Auszählung:) Es sind 62 Stimmen. Der Kommissionsantrag ist demnach angenommen. (Lebhafter Widerspruch.) So oft Sie irgend eine Abstimmung bezweifelt haben, hat sich jedesmal herausgestellt, daß die Abstimmung richtig war und Sie haben 685

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.