Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 683 (sequence 693)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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suchen, Sie zu überzeugen. Man hat als Beispiel Warschau angeführt und mich auf diese Weise provoziert, etwas über Warschau zu sagen. Herr Dr. Schipper hat behauptet, daß es nicht zu Reibungen gekommen ist. Tatsache; aber warum? Weil diejenigen, die an der Spitze standen, Reibungen nicht zugelassen haben. Wenn ich Ihnen zeigen wollte, wie schlecht die Arbeit ist, die vom sogenannten Parlamente gemacht wurde, wie schlecht die Qualifizierung der Chaluzim usw. war — ich müßte Stunden sprechen. Jetzt glaubt man, daß die Fraktionen und Föderationen es besser machen würden. Ich konstatiere und behaupte unter voller Verantwortung, daß die Parteien als solche mit ganz wenigen Ausnahmen absolut nichts in die Arbeit hineingetragen haben, sie haben monatelang nichts getan, sie sind nicht einmal zu Sitzungen gekommen. Und wie kann man es von einem Leiter verlangen, daß er sich um jede Kleinigkeit an die Kommission wende. Wir stellen uns auch gegen die Anschauung, daß die Arbeit auf der Basis der Klasse geleitet wird, weil der Großteil der Emigranten aus Arbeitern bestünde. 95 % davon sind doch keine Arbeiter, sondern erst zukünftige Arbeiter. Und schließlich ist es auch verhängnisvoll, die Politik in diesen Teil unserer Palästinaarbeit einzuführen. Wenn Sie ordentliche Arbeit haben wollen, setzen Sie einen verantwortlichen Beamten ein. Das ist richtige Demokratie. Die Herren dort aber (auf die Linke weisend) wollen nichts anderes als Politik treiben. Berichterstatter Dr. Korngrün: Es tut mir sehr leid, in dieser Angelegenheit gegen Herrn L e v i t e und die Exekutive sprechen zu müssen. Es ist bedauerlich, daß die Exekutive in diesen zwei Jahren einen so schwachen Kontakt mit den Palästinaämtern gehabt hat, sonst wäre die Erklärung ihres Vertreters nicht so ruhig abgegeben worden. Es werden hier zwei verschiedene Gedanken durcheinandergeworfen. Wenn wir sagen, die Leitung der Palästinaämter obliegt einer Kommission, so sagen wir nicht, was diese Kommission die Verwaltung zu führen hat, sondern wir sagen, — und damit komme ich auf die Anfrage des Herrn B a b k o w zurück — diese Kommission, die aus allen besteht, die an der Immigration interessiert und zum Tragen der Verantwortung bereit sind, schlagen der Exekutive einen Leiter für die Verwaltung vor und diese bestätigt ihn. (Zwischenrufe: Das steht auch im Minoritätsantrag!) Das steht auch im Majoritätsantrag. Darauf wollte ich Sie aufmerksam machen. Das Verhältnis des Leiters ist nicht nur das der Verantwortung gegenüber der Exekutive, sondern auch gegenüber den an der Arbeit Beteiligten. Wenn Sie wirklich wollen, daß die Palästinaämter — und ich wende mich hier zuerst an die Exekutive — nie zu einer Arbeit kommen und immer wieder opponieren werden, dann lassen Sie die Sache so, wie sie der Minoritätsantrag vorschlägt. Ein Leiter, den die Exekutive herüberschickt, wird nicht einen Schritt vorwärts machen, wenn nicht sämtliche Organisationen und Fachverbände mit ihm solidarisch arbeiten können. Es ist keine Politik, wenn wir sagen, daß alle Ingenieure und Arbeiter-Gruppen ein Interesse daran haben, wie die Palästinaämter arbeiten, wenn allen Seniorenverbänden das Recht gegeben wird, diese Arbeit zu beeinflussen, wenn sie also nicht nur wie im Minoritätsantrag das Recht zur Kontrolle haben. Wir wollen die Verantwortung auf alle laden. (Zwischenrufe: Wir haben Beispiele gehabt!) Wir brauchen keine Ezesgeber, sondern verantwortliche Mitarbeiter. Daher bitte ich Sie, für den Majoritätsantrag zu stimmen. Vizepräsident Berlin: Es sind noch viele Amendements da. Wir werden sie erst zur Verlesung bringen und sodann über sie abstimmen. Herr Goldenberg hat ein Amendement. 683