Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 677 (sequence 687)
- Language
- German, English, Hebrew
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keinen Widerspruch gegeben hat, die also die Meinung der ganzen Kommission repräsentieren, nachher werde ich über den Majoritätsantrag der Kommission in diesen zwei strittigen Punkten referieren, zum Minoritätsantrag sind zwei Gesinnungsgenossen gemeldet, die die gegensätzlichen Gedankengänge vertreten. Die L These lautet (liest): „1. Der XII. Zionistenkongreß fordert die freie und uneingeschränkte Einwanderung der Juden nach Palästina als die wichtigste Vorbedingung für die Erreichung des jüdischen nationalen Heimes." Delegierter Dr. Daiches (England, englisch): Wir alle verlangen die uneingeschränkte Einwanderung der Juden in Palästina. Jedoch kann sich die Möglichkeit ergeben, daß, wenn auch politische Möglichkeiten der absoluten Einwanderung bestehen, vielleicht ökonomische Zustände uns Schranken auferlegen werden. Wenn Sie den Bericht des High Commissioner, der vorige Woche veröffentlicht wurde, mit Einsicht lesen, so werden Sie sehen, daß er als die wirkliche Ursache für die Einschränkung der Einwanderung das Oekonomische und nicht das Politische ansieht. (Unruhe links.) Ich schlage vor, daß die Beschlüsse so lauten sollen: .... fordert das Recht der freien und uneingeschränkten Einwanderung .... usw. Man kann nur das Recht, nicht die Einwanderung fordern. Berichterstatter Dr. Korngrün: Die Forderung des Herrn Dr. Daiches als politische Forderung wird Ihnen von der Politischen Kommission im Rahmen ihrer Resolutionen vorgetragen werden. Hier, bei der Immigrationskommission, haben wir uns darauf zu beschränken, von dem faktischen Aufbau zu sprechen und zu sagen, daß wir die freie und uneingeschränkte Einwanderung der Juden als eine wichtige Vorbedingung des Aufbaues betrachten. (Lebhafter Beifall. — Rufe: Abstimmen!) Vizepräsident Berlin: Herr Dr. Daiches, bestehen Sie auf Ihrem Vorschlag? Delegierter Dr. Daiches: Ja! Vizepräsident Berlin: Der Antrag wird hiermit zur Abstimmung gebracht. Wer für den Antrag Daiches ist, wolle die Hand erheben, (Geschieht.) Gegenprobe! Der Antrag ist a b g e 1 e h n t. Wer für den Kommissionsantrag ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! Der Kommissionsantrag ist einstimmig angenommen. (Lebhafter Beifall.) Berichterstatter Dr. Korngrün (liest): „2. Die Regulierung der jüdischen Palästinawanderung im Einklang mit dem Streben des jüdischen Volkes nach Palästina und den wachsenden Entwicklungsmöglichkeiten des Landes hat durch die Zionistische Organisation im Einvernehmen mit der palästinensischen Regierung zu geschehen." Delegierter Locker: Ich schlage vor, den letzten Passus zu streichen. 677