Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 665 (sequence 675)
- Language
- German, English, Hebrew
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wurde, daß, wenn Kolonistensöhne und andere Leute den Bedingungen in gleicher Weise entsprechen, diese Leute in gleicher Weise zu berücksichtigen sind, wie die beiden anderen Siedlungen. Es wird das voraussichtlich nicht zum Durchbruche kommen, weil die beiden Siedlungen viel weiter sind und schon 6 Jahre vorgearbeitet haben. Es wurde einstimmig, mit Zustimmung der Arbeiter, beschlossen, daß diese beiden Arbeitersiedlungen, Moschwej Owdim, die konkrete Pläne vorgelegt haben, durch den Beschluß noch kein Anrecht erworben haben, daß der Kongreß bereits ihre Pläne genehmigt hätte. Beantragt sind 50 000 Pfund für 2 Arbeitssiedlungen. Ob es genau diese 2 sein müssen, welche bereits Pläne vorgelegt haben, ist noch nicht beschlossen. Es würden vielmehr die Pläne, sowohl was das Ausmaß des Landes, als was die sonstigen Bedingungen anlangt, noch einmal zu prüfen sein. Delegierter Dr. Schmorak: Herr Vorsitzender! Ich bitte ums Wort zur Aufklärung! Vizepräsident Motzkin: Vorerst muß ich feststellen: Herr Dr. Ruf eisen hat sich, wie es scheint, in seiner jetzigen Erklärung selbst widersprochen. Anfangs verstand ich die Sache so, daß zuerst beide Pläne berücksichtigt werden. Darin liegt ja das Wichtige. Selbstverständlich werden die Pläne noch einmal geprüft werden. Es ist nicht so bei uns, daß man das Geld so leicht hergibt. Ich spreche mich jetzt nicht darüber aus, ob das richtig ist, sondern Dr. Rufeisen hat das gesagt. Jetzt sagt er, es seien 56 000 Pfund bewilligt worden, für Arbeitersiedlungen überhaupt, ohne daß es diese oder jene sein muß. Dann haben Sie damit gesagt, daß diejenigen, die einen Plan ausgearbeitet haben, ihren Plan überreichen sollen. Herr Dr.Schmor a k hat das Wort. Delegierter Dr. Schmorak (Ostgalizien, deutsch): Hoher Kongreß! Zur Aufklärung folgendes: Der Budgetposten von 56 000 Pfund ist auf Grund des Vorschlages des Kolonisationsdepartements von der Kolonisationskommission angenommen worden. Dabei hat ein Vertreter der Kolonistensöhne folgenden Einwand gemacht: „Hier sind die Arbeitervertreter mit Namenslisten gekommen, welche Arbeiter in diese 2 Arbeitssiedlungen hinein kommen sollen." Und er hat weiter mit Recht gesagt: „Moschwej Owdim, das ist ein Prinzip. Welche Arbeiter aber hineinkommen sollen, das kann weder die Kolonisationskommission, noch der Kongreß bestimmen, das ist eine praktische Frage, welche vom Kolonisationsamt behandelt und durchgeführt werden muß." Aus diesem Grunde haben wir in das Budget einen Posten aufgenommen: für 2 Arbeitersiedlungen für ungefähr 140 Arbeiterfamilien. Welche Arbeiter das sein sollen, ob es diese Arbeiter sein sollen, welche von Elieser Joffe vorgeschlagen werden und die wir nicht zur Kenntnis genommen, aber auch nicht verboten haben, oder ob es Kolonistensöhne sein sollen oder jüdische Bauernsöhne, die dafür die Eignung haben, das ist eine Sache, die wir dem Kolonisationsdepartement überlassen und für die dieses die volle Verantwortung übernehmen muß. Wir in der Kolonisationssubkommission können nicht beschließen, daß gerade diese in einem Moschaw Owdim hineingeschickt werden sollen und nicht etwa andere, und wir können nicht die Verantwortung dafür übernehmen, ob nicht durch Annahme dieses Personals ev. andere benachteiligt werden, die vielleicht den Vorzug verdienen würden. Deshalb haben wir beschlossen, es werden 2 Moschwej Owdim gegründet für 140 Arbeiterfamilien und das Departement hat die Untergruppen zusammenzustellen und seine Auswahl zu treffen. Es müssen alle gleichmäßig berücksichtigt werden, damit keine Parteien- und keine Gruppen- und keine Cliquenpolitik betrieben wird. (Lebhafter Beifall.) 665