Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 633 (sequence 643)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476278--4933-3481077- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sollten. Die zionistische Bewegung ist keine Studier- und Kurierbewegung, sondern eine Kolonisationsbewegung. Man hat sich beklagt, daß 30000 Pfund abgestrichen wurden, wir haben aber eine Bürde auf uns genommen, die sonst nur ein Staat auf sich nimmt. Wenn wir das Geld nicht haben und man ein Hospital schließen muß, wird man von uns behaupten, daß wir die Kranken und Kinder verderben lassen. Wir sollen diese Bürde nicht auf uns nehmen. Wir hoffen, daß Summen für diese Zwecke aufgebracht werden. Wir wollen aber nicht den Posten in unser Budget aufnehmen. Ich schlage vor, daß man die ganze Summe streicht oder einen besonderen Fonds für diese Zwecke errichtet. Delegierter Hindes (Polen, jüdisch): Steht die Summe nur für ärztliche Hilfe oder auch für Assanierungen zur Verfügung? Delegierter Harzfeld (Poale Zion, jüdisch): Ich muß mich gegen die Ausführungen des Herrn Brutzkus wenden» denn es ist unsere Pflicht, unter allen Umständen dafür zu sorgen, daß die jüdische Bevölkerung in Erez Israel im Krankheitsfalle geschützt wird. Berichterstatter Dr. Halpern: Meine Herren, ich unterstütze nicht den Antrag des Dr. Brutzkus. Formal muß ich sagen: wenn Herr Dr. Brutzkus vorschlägt, daß dieser Betrag aus einem besonderen Fonds gedeckt werde, ist das keinerlei Lösung. Wir haben das Sanitätswesen von der Hadassa übernehmen müssen und sind auch der Ansicht, daß später auf einem anderen Wege eine Lösung gefunden werden muß, und daß dafür eine Gruppe — zum Beispiel die Gruppe der Frauen, das Joint Distribution Committee, amerikanische Institutionen oder andere — dafür aufkommen werden. Wir hoffen, daß dieser Posten im nächsten Jahre in unserem Budget nicht mehr erscheinen wird. Jetzt aber können wir die Arbeit nicht einstellen und ich bitte Sie daher, diesen Budgetvorschlag anzunehmen. Vizepräsident Dr. Klumel: Wer für den Antrag der Budget-Kommission ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! — Angenommen. Berichterstatter Dr. Halpern: Wir kommen nunmehr zu dem Posten „Arbeits- und Ausrüstungsfonds für bereits im Lande befindliche Einwanderer" 50 000 Pfund. Vizepräsident Dr. Klumel: Wer für den Antrag ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! Angenommen. Berichterstatter Dr. Halpern: „Kosten der neuen Einwanderung" 90 000 Pfund. Delegierter Dr. Schmorak: Der Kongreß hat gestern in der Keren Hajessod-Debatte beschlossen, daß man den Einwanderern, die als für Palästina notwendig erachtet werden, Reisezuschüsse in Form von Darlehen erteilen soll. Das ist ein Beschluß des Kongresses. Wir müssen nunmehr einen Posten dafür einsetzen. Ich schlage vor, für diesen Posten einen Betrag von 4000 Pfund in diese Summe einzusetzen, d. h. daß die Palästinakommission für die neuen Einwanderer diesen Betrag als Darlehenszuschuß bewilligt. Vizepräsident Dr. Klumel: Also die Kosten der neuen Einwanderung zusammen mit diesem Darlehenszuschusse 90 000 Pfund? 633