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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 632

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 632 (sequence 642)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4932-3481076
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Berichterstatter Dr. Halpern: Sehr richtig, Herr Dr. Loewe, sehr richtig, wir sind nicht zum Spaße hier! Vizepräsident Dr. Klumel: Meine Herren, wir sind alle sehr müde. Der Kongreß ist fast 14 Tage an der Arbeit. Wenn wir über jede Frage einen solchen Streit führen, wie gegenwärtig, können wir unmöglich fertig werden. Ich bitte den Herrn Berichterstatter fortzufahren. Berichterstatter Dr. Halpern: Meine Herren! Damit ist der erste Gesamtposten unseres Budgets, nämlich der des gesamten Erziehungswesens mit 128 000 Pfund erledigt, und ich habe nur noch der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß die wirklichen Ausgaben wesentlich höher sein werden. Wir kommen nun zu den weiteren Posten. Ich nenne als ersten Posten das Sanitätswesen, für das 100 000 Pfund gewidmet sind. Delegierter Dr. Bierer (Bukowina, deutsch): Man muß nicht Arzt sein, um zu konstatieren, daß die Nerven des Kongresses futsch sind. Die Kommission hat 100 000 Pfund beantragt, nun liegt ein Bericht vor, der für die „Hadassah" allein 130 000 Pfund fordert, und hierzu kommen noch andere Anstalten. Nun aber hat die Finanz- Kommission mit einem Bleistift 30 000 Pfund weggestrichen. Wenn alle Bazillen mit dem Bleistift weggestrichen werden könnten, hätte ich nichts dagegen. Die Aerztekommission will nicht in den Fehler verfallen, in den die andern verfallen sind, daß wir streiken werden. Das ist von uns Aerzten nicht zu erwarten. Ich will noch bemerken, daß die Einwanderung, auf die wir rechnen, hier überhaupt nicht in Betracht gekommen ist. Wir rechnen aber doch auf eine Einwanderung von 20—30 000 Emigranten. (Zwischenruf: Das ist im Budget für Immigration vorgesehen.) Wir stellen im Hinblick auf den Ernst der Finanzsituation folgenden Antrag: „Der Kongreß ermächtigt die Exekutive nach Durchberatung des vorliegenden sanitären Budgets durch den zu schaffenden Waad Habriuth und nach Maßgabe der Einwanderung Zuschüsse bis zum Betrage von 140 000 Pfund zu leisten, die als Zuschüsse an die Krankenkassen gelten und pro Kopf der Mitgliederzahl berechnet werden sollen." Ich bitte, diesen Antrag anzunehmen, weil dieser uns die Möglichkeit gibt, für die zu erwartenden Einwanderer vorzusorgen. Vizepräsident Dr. Klumel: Ihr Antrag ist an die Exekutive gerichtet, soweit ich verstanden habe. Delegierter Dr. Bierer: Dann brauchen Sie keine Budgetberatung. Vizepräsident Dr. Klumel: Ich werde darüber nicht jetzt, sondern später abstimmen lassen. Delegierter Dr. J. Brutzkus (Rußland, jüdisch): Der Kongreß steht hier vor einer sehr wichtigen Frage. (Unruhe.) Ich möchte die Herren um mehr Aufmerksamkeit bitten. Wir nehmen eine schreckliche Bürde auf uns, die wir eventuell nicht tragen können. Wir übernehmen die Sanitätspflege für das ganze Land. Wir sind kein Staat, daß wir für solche Zwecke solche ungeheure Summen ausgeben 632

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