Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 630 (sequence 640)
- Language
- German, English, Hebrew
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ausgebrochen ist, so bin ich daran schuld, weil ich die Lehrer davon abgehalten habe. Auch das kann ich protokollarisch beweisen. Das wird übrigens jeder in Palästina bestätigen können. Man soll daher nicht mit solchen falschen Beschuldigungen hierher kommen. Wenn ich darüber hier spreche, so geschieht dies deshalb, weil ich es den Lehrern zugesagt habe. Wir appellieren an den Kongreß und wir sagen dem Kongreß, daß wir einmal die Möglichkeit haben müssen, die Schulen weiterzuführen- Wenn aber der Kongreß anders beschließt, dann können wir nichts anderes tun, als die Arbeit niederlegen, bis die Zeit kommen wird, wo wir wieder arbeiten können. Ich hätte auch das nicht gesagt, wäre Herr Halpern nicht mit Drohungen gekommen. (Lebhafte Zwischenrufe und Unruhe.) Berichterstatter Dr. Halpern: Meine Herren, ich überlasse es dem Kongreß, sich darüber eine Meinung zu bilden, ob ich hier mit Drohungen gekommen bin. Ich bedaure es, daß ein Lehrer der Jugend so argumentiert, und daß einer, der verantwortlich ist für das Schulwesen in Palästina, hier — ich kann es nicht anders sagen — zum Streike auffordert. (Beifall.) Vizepräsident Dr. Klumel: Es liegt ein Antrag der Herren B r a u d e und D a i c h e s vor. Berichterstatter Dr. Halpern (unterbricht die Abstimmung): Ich muß noch etwas zurückweisen, was Mossinsohn gesagt hat. Denn wenn es richtig wäre, so hätte ich kein Recht, vor Ihnen zu stehen. Ich habe es gestern gesagt, wiederhole es und stehe für jedes Wort ein. Bs sind drei Herren bei uns erschienen: Herr Y ellin, Rabbiner Brody und ein dritter Herr, dessen Namen ich nicht kenne. Sie haben mich gefragt, ob wir bereit sind, eine Kommission zu empfangen, und ich habe die Herren gefragt, worüber diese Delegation mit uns zu sprechen wünsche. Man hat gesagt, daß eine Delegation, bestehend aus Dr. C h a j e s, Dr. Mossinsohn und noch einem Herrn, zu uns kommen würde, um uns zu überzeugen, daß die Nichterhöhung des Budgets zu einer Katastrophe führen würde. Falls Sie mir nicht glauben, berufe ich mich auf die Mitglieder der Budget-Kommission. Ich muß behaupten, daß es nicht notwendig war, daß die Kultur-Kommission eine Delegation zu uns geschickt hat. Wir sind keine übergeordnete Behörde, sie hätte die Anträge ebenso einreichen sollen, wie jeder andere. Meine Herren, ich unterstütze die Anträge von D a i c h e s und B r a u d e. Sie entsprechen dem, was ich Ihnen bereits zu Anfang meiner Ausführungen gesagt habe. Wir alle wünschen, daß mehr für diesen Zweck ausgegeben werde, nur stehen diese Forderungen außerhalb des Budgets Ihrer Finanzkommission. Die außerhalb des Budgets stehenden Forderungen sollen der Exekutive mit dem Wunsche übergeben werden, daß, wenn irgend welche weiteren Mittel zur Verfügung stehen, sie zur Deckung dieser Forderungen verwendet werden sollen. Delegierter Goldenberg (jüdisch): Ich bin entschieden gegen den Antrag Braude-Daiches, daß die Posten, welche die Kultur-Kommission beantragt, in ein außerordentliches Budget kommen sollen. Ich verstehe überhaupt nicht die Unterscheidung in ein ordentliches und ein außerordentliches Budget. Man möge die Mittel, die notwendig sind, suchen gehen und so dringende Erfordernisse decken. Vizepräsident Dr. Klumel: Wer für den Antrag Daiches-Braude stimmt, möge die Hand erheben. (Nach einer Pause:) Der Antrag ist angenommen. Wir kommen nun zum Antrag der Kultur-Kommission. (Lebhafter Widerspruch.) 630