Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 604 (sequence 614)
- Language
- German, English, Hebrew
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einzelnen Departement erklärt. Das Finanz-Departement weiß genau, was es in Händen hat: besitzt es nur 10 Pfund, so ist es klar, daß es nicht 20 Pfund auszahlen kann. Nur im Finanz-Departement wird der Druck der übrigen Abteilungen empfunden, und allein das Finanz-Departement ist in der Lage, nachdem es sich mit den übrigen Abteilungen verständigt hat, zu sagen: „Wir können das von Ihnen benötigte Geld nicht auszahlen, da wir es nicht haben." Wenn vier verschiedene Abteilungen je 10 Pfund verlangen, das Finanz-Departement aber nur 20 Pfund im ganzen besitzt, so kann es natürlich nicht jedem 10 Pfund geben. Die Ansprüche müssen entsprechend herabgeschraubt werden und ein jeder muß sich mit dem begnügen, was er bekommen kann, sonst bekäme der eine alles, während die anderen leer ausgingen. Dies wäre ganz unzulässig; es kann aber auch nur passieren, weil das Finanz-Departement einem ungebührlichen Druck von außen ausgesetzt ist. Ich behaupte weiter, daß das Finanz-Departement in London unterhalten werden muß, denn in Jerusalem, wo ich es am liebsten sähe, wäre es diesem Drucke in noch weit größerem Maße als in London ausgesetzt; und kein Finanz-Departement in Palästina wäre imstande, sich dieses Druckes zu erwehren. Wenn sich Jerusalem nicht auf London beziehen könnte, würde es bald überflutet werden. Die Finanz-Abteilung muß also immer noch außerhalb Palästinas domiziliert sein. Auch technische Gründe gibt es hierfür. Ausländische Post gelangt nur einmal wöchentlich nach Jerusalem. Telegraphieren ist sehr kostspielig; und da wir gerade bei diesem Thema sind, möchte ich bemerken, daß unsere Organisation viel zu viele Telegramme versendet. Mir scheint fast, daß niemand, der eine Sache durch Telegramme erledigen kann, überhaupt noch ans Briefschreiben denkt; ein jeder scheint auf dem teuersten Wege zu Werke zu gehen. Man schickt Telegramme über alle möglichen Dinge, und wirft gerade das Geld heraus, das man so nötig hat. Das Telegraphieren ist schon zu einer wahren Manie geworden. Nun also, von Jerusalem aus verdoppeln Sie Ihre Telegramm-Ausgaben, Sie hätten mit enormen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen und könnten keinen ständigen Kontakt mit der übrigen Welt unterhalten, mit den Sammelzentren, mit denen es doch von größter Wichtigkeit ist, in regem Verkehr zu stehen. Ferner möchte ich hervorheben, daß, der politischen Verhältnisse in Palästina zufolge, es passieren kann — wie es sogar im Laufe der letzten Monate geschehen, als das Kriegsrecht über Palästina verhängt worden war, — daß Ihre Briefe und Rimessen nach Palästina von den Behörden aufgehalten werden. Ich weiß nicht, was uns die Zukunft in Palästina bringen wird. Mein Eindruck aber ist, daß wir es nicht leicht haben werden und daß sich nicht alles so glatt abwickeln wird, daß man ohne weiteres die Finanz- Abteilung nach Palästina verlegen könnte. Vorläufig muß sie noch außerhalb Palästinas bleiben. Ferner bin ich der Meinung, daß derjenige, der als Schatzmeister der zionistischen Exekutive fungiert, kein anderes Amt innerhalb der zionistischen Bewegung bekleiden sollte, das ihn irgendwie in Konflikt mit 604