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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 545

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 545 (sequence 555)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4845-3480989
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Ein beträchtlicher Teil der Delegierten der letzten Jahreskonferenz stellte sich auf den Standpunkt, daß das einzige, der Situation angemessene System und Losungswort eine jüdische Anleihe sein müsse. En anderer Teil vertrat die Ansicht, daß der Keren Hajessod ein reiner Opferfond sein müsse, gegeben mit dem Willen und der festen Absicht, das Letzte für den Aufbau Palästinas bereitzustellen, ohne irgendeinen Gegendienst dafür zu empfangen. Und dann war eine dritte Anschauung, die, beides bezweifelnd, der Meinung war, daß im Grunde genommen der Aufbau Palästinas sich aus einem wohlverstandenen wirtschaftlichen Interesse der Juden vollziehen müsse. Die Resolutionen der Jahreskonferenzen haben unter diesen drei Programmen die Auswahl getroffen. Sie haben aus der nationalen Anleihe den Gedanken entnommen, daß in Palästina nationale Werte, die der jüdischen Gemeinschaft gehören, geschaffen werden müssen und daß diese Werte die Grundlage für eine künftige Anleihe darstellen werden. Sie haben aus dem seelischen und materiellen Element, das in der Forderung enthalten war, den Keren Hajessod als Opferfond einzurichten, die Folgerung gezogen, einen Teil der Beiträge zum Keren Hajessod in diesem Geiste und zu diesem Zwecke zu verwenden, und sie hat zum dritten denen, die privatwirtschaftliche Interessen mit ins Feld führten, insofern recht gegeben, als ein Teil der Hergabe für den Keren Hajessod als eine eventuell zinsbringende Anlage für den Beitragsleistenden gedacht ist. Ich glaube, daß dieses System, in die Formen gebracht, die Sie aus den Resolutionen der Jahreskonferenz kennen, sich im großen und ganzen bewährt hat und daß der Kongreß auf ihm als auf einer festen Basis weiter arbeiten sollte. Ich sagte, dieses Jahr war ein Jahr des Versuches und des Prüfens. So wenig das materielle Resultat dieses Jahres den Erwartungen und Notwendigkeiten entsprochen haben mag, eine beruhigende Wahrheit kann aus dem, was geschehen ist, entnommen werden: der Gedanke des Keren Hajessod hat überall in der Judenheit feste Wurzel gefaßt. Es gibt kaum mehr ein Land, in dem Juden wohnen und es gibt kaum mehr einen Ort, wohin nicht nur der Name gedrungen ist, sondern wo nicht auch bereits wenigstens in den ersten Anfängen der Grund für eine Keren Hajessod-Organisation gelegt wurde. Es gibt freilich einzelne Länder, die im bewußten Gegensatz zu den von der Jahreskonferenz gefaßten Beschlüssen die Arbeit für den Keren Hajessod noch überhaupt nicht aufgenommen haben. Sie hatten Karenzzeit, ebenso wie diejenigen, die noch nicht hebräisch können, ein Jahr Karenzzeit bekommen haben; sie hatten Karenzzeit bis zu diesem Kongreß. Dieser Kongreß wird zu verkünden haben, daß die Zionistische 35 545

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