Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 540 (sequence 550)
- Language
- German, English, Hebrew
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heben. (Nach erfolgter Auszählung:) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach erfolgter Auszählung:) Der Antrag Hindes ist mit 81 gegen 44 Stimmen abgelehnt. Berichterstatter Dr. Margulies: Es ist mir gerade von Dr. Krämer ein Antrag überreicht worden, der nicht dem Organisationsausschuß vorgelegen hat, der aber zu diesem Gegenstande gehört und lautet (liest): „Die Besetzung der Beamtenstellen, insbesondere in den zionistischen Zentralämtern, hat auf Grund einer öffentlichen Konkursausschreibung zu erfolgen. Die erfolgte Vergebung einer Stelle hat publiziert zu werden." Ich bitte Sie, zunächst den Antrag, wie ihn die Organisationskommission vorgelegt hat, anzunehmen. Vizepräsident Farbstein: Wir stimmen zunächst über den Antrag der Kommission ab. Wer dafür ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Angenommen. Jetzt kommt der Antrag Krämer. Delegierter Dr. Hugo Schachtel (Deutschland, deutsch): Die Tendenz des Antrages erscheint mir beachtenswert; ich glaube aber nicht, daß es praktisch möglich ist, das für alle Beamtenstellen durchzuführen. Ich glaube, daß man deswegen über den Antrag zur Tagesordnung übergehen soll. Mitglied des A. C. Dr. Bodenheimer (deutsch): Ich beantrage, den Antrag so zu formulieren: Der Kongreß spricht den Wunsch aus... dann kommt der Antrag Krämer. Delegierter Dr. M. Kollenscher (Deutschland, deutsch): Mir scheint der Antrag Krämer sehr wohl etwas Berechtigung zu enthalten. Andererseits bin ich mit der Tendenz des Antrages einverstanden, der vom Ausschusse vorgelegt wird. Ich möchte doch bitten, daß es nicht zu einer endgiltigen Beschlußfassung komme, weil die ganze Angelegenheit einer gründlichen Regelung bedarf und ich nicht wünsche, daß ein Ausschnitt daraus zum Gegenstande einer Beschlußfassung gemacht werde. Die ganze Frage ist ungeheuer wesentlich, nicht nur organisatorisch, sondern auch politisch. Ich stelle deshalb meinerseits den Antrag, die Exekutive zu ersuchen, zur nächsten Jahreskonferenz einen Entwurf der Regelung des Beamtenrechtes vorzulegen. Dazu gehört nicht nur die Anstellung, sondern auch die Umgrenzung der Rechte und Pflichten, Pensionsfragen usw. In dieser Eile kann eine so wichtige Angelegenheit nicht durchgepeischt werden. Ich formuliere meinen Antrag dahin: Der Kongreß ersucht die Exekutive, zur nächsten Jahreskonferenz einen Entwurf über das Beamtenrecht der zionistischen Organisationen vorzulegen. Delegierter S. Salzmann (Rußland, hebräisch) : Der Kongreß sollte eine Resolution annehmen, daßjeder Beamte hebräisch können muß. Heute kommt es vor, daß er einen hebräischen Brief nicht lesen kann. Delegierter Dr. M. Krämer (Bukowina, deutsch): Ein Wort zur Begründung! Es herrscht überall die Meinung, daß die Besetzung der Beamtenstellen, auch in unseren Zentralämtern, nicht nach den Richtlinien erfolgt, die überall gang und gäbe sind. Ich glaube, daß mein Antrag im Interesse der Beamtenschaft gestellt ist. Wir haben ein Interesse daran, daß sie stark ist und sich unabhängig fühlt von der Gunst oder Mißgunst der einzelnen. Es ist sehr wichtig, wer als Beamter unsere Organisation technisch leitet. (Rufe: Abstimmen!) 540