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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 527

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 527 (sequence 537)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Vizepräsident Motzkin: Ich habe nicht gesagt, daß wir das nicht tun. Vorhin lag keine solche Bitte vor, sondern es war eine andere Sache. Ich wollte nur an den Vizevorsitzenden des Permanenzausschusses die Frage richten: Beansprucht der Permanenzausschuß, daß wir auch morgen nicht tagen, während er tagt? Mitglied des A.C. Robert Stricker: Die Bitte des Permanenzausschusses bezieht sich nur auf die Beratung des Organisationsstatuts. Die Finanzen können beraten werden. Delegierter Dr. M. Braude (Polen, deutsch): Als alter Kongreßdelegierter muß ich konstatieren, daß es stets zu den Traditionen der Kongresse gehört hat, dem Permanenzausschusse die sachliche Führung der Generalagenda und die Arbeitseinteilung des Kongresses zu überlassen. Das ist Aufgabe des Permanenzausschusses. Wenn er sagt, die Agenden sind nicht vorbereitet und um eine Unterbrechung bittet, ist es Pflicht der Loyalität des Kongresses gegenüber seinem eigenen Permanenzausschusse, dieser Bitte zu willfahren. Es wäre selbstverständlich gewesen, wenn der Vorsitzende aus eigener Machtvollkommenheit dieser Aufforderung des Permanenzausschusses gerecht geworden wäre, weil dies in den alten, selbstverständlichen Traditionen des Kongresses liegt. Delegierter Dr. A. Barth (Misrachi, deutsch): Um im Falle der Abstimmung gerüstet zu sein, bitte ich den Herrn Präsidenten, uns zu sagen, wenn wir vertagen, ob trotzdem die Möglichkeit besteht, morgen nachts mit den Verhandlungen fertig zu werden? Delegierter M. Berlin (Misrachi, jüdisch): Ich bin auch ein alter Kongressist, aber mir ist eine solche Tradition, von der Dr. Braude sprach, nicht bekannt. Immerhin, da der Permanenzausschuß als wichtigster Faktor des Kongresses uns diese Bitte unterbreitet, müssen wir uns fügen. Ich bin für den Vorschlag Stricker, daß wir uns jetzt vertagen. Inzwischen möge sich das Präsidium mit dem Permanenzausschuß verständigen, wann die nächste Sitzung sein soll. Delegierter Dr. H. Rosmarin (Ostgalizien, deutsch): Ich stelle folgende Frage: Es sind hier wichtige Beschlüsse gefaßt worden, die das Resultat einer zufälligen Majorität sind. Ich frage den Herrn Präsidenten, was er zu tun beabsichtigt, damit in dieser Hinsicht der wirkliche Wille des Kongresses zum Ausdruck komme. Vizepräsident Motzkin: Ich muß zunächst erklären, daß auch ich dafür war, daß wir uns vertagen. Aber mir ist von der Tradition, die Herr Dr. Braude angeführt hat, nichts bekannt. Nur in solchen Fällen, wo von der Leitung die Rede war und abgestimmt werden sollte, wenn ein wichtiges Moment kam und der Permanenzausschuß sagte: meine Herren, unterbrechen Sie, wir haben etwas Wichtiges vorzuschlagen, haben wir unterbrochen. Aber nicht wegen solcher Fragen, ob 2500 oder 2000 Schekelzahler einen Delegierten wählen, und ähnliches. Solche Traditionen kenne ich nicht. Aber wenn Sie unterbrechen wollen, stimme ich Ihnen zu. Wenn Sie glauben, daß infolge einer zufälligen Majorität dies oder jenes geschehen ist, so haben Sie ja das Recht, den Antrag jedesmal von neuem aufzuheben. Sie können eine zweite Lesung fordern oder dergl. Jedenfalls müssen wir feststellen, wann wir morgen tagen. Der Permanenz- 527

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