Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 523 (sequence 533)
- Language
- German, English, Hebrew
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sönlich nichts dagegen, aber technisch ist es undurchführbar, denn der Permanenzausschuß ist mit seiner eigenen Arbeit nicht fertig. Wenn er nun anfangen soll, das Statut und alle Resolutionen durchzunehmen, so brauchen wir dazu noch ein paar Wochen. (Zustimmung.) Ich glaubte daher im Recht zu sein, wenn ich Ihnen die Anträge vorlegte, die die Organisationskommission nach sehr langer und sehr gründlicher Arbeit Ihnen unterbreitet. Wenn ich nicht im Rechte bin, dann müßten wir alles zurückziehen. Delegierter Dr. M. Klumel (Polen, jüdisch): Vorigen Donnerstag hat Herr Motzkin im Kongresse mitgeteilt, daß während der Abstimmung über Anträge keine Kommissionen tagen dürfen. Jetzt sind wir bei den wichtigsten Anträgen. Wir waren alle der Meinung, daß während dieser Zeit die Kommissionen nicht arbeiten. Nun stellt sich heraus, daß unsere größten Kommissionen jetzt voll beschäftigt sind und am Kongresse nicht teilnehmen. (Lebhafte Unruhe.) Ich bedaure außerordentlich, daß unser verehrter Präsident Motzkin die Mitteilung des Herrn Goldstein nicht gehört hat. Wir haben aber doch die Abstimmung über die §§ 6 und 22 verschoben, das Präsidium mußte also wissen, daß der Permanenzausschuß nicht fertig ist. Ich stelle den Antrag, in Anbetracht dessen, daß die Kommissionen arbeiten und ihre Mitglieder am Kongresse nicht teilnehmen, den Kongreß bis morgen Vormittag zu vertagen. Delegierter Dr. M. Hindes (Polen, jüdisch): Der Permanenzausschuß ist im Unrecht, wenn er behauptet, daß die Organisationskommission nicht das Recht hätte, dem Kongreß ihre Anträge vorzuschlagen. Der Permanenzausschuß beschäftigt sich ausschließlich mit Personalien und es wäre schädlich, prinzipielle Organisationsfragen den Personalfragen unterzuordnen. Aber im Permanenzausschusse ist jetzt eine große Anzahl von Delegierten des Kongresses beschäftigt. Und als solche sind sie berechtigt, an der Beratung und Beschlußfassung über diese Fragen teilzunehmen, umsomehr, als sich im Permanenzausschuß Delegierte befinden, die schon seit langem viele prinzipielle Projekte hinsichtlich der Organisationsfragen vorbereitet haben. Da wir die Sitzung nicht vertagen können, schlage ich vor, daß wir aus dem Organisationsstatut die unbestrittenen Fragen behandeln und alle Fragen von prinzipieller Bedeutung verschieben, bis die Mitglieder des Permanenzausschusses die Möglichkeit haben werden, an den Beratungen teilzunehmen. Vizepräsident Motzkin: Ich habe bisher alle jene Punkte, die sich irgendwie auf den Permanenzausschuß beziehen, ausgeschieden. So oft es sich um das Aktions-Comitee, um die Exekutive usw. gehandelt hat, haben wir bisher immer gesagt, darüber werden wir jetzt nicht beraten. Alles andere sind allgemeine Sachen, über die wir uns aussprechen können. Wenn Sie es ablehnen, jetzt in den Beratungen fortzufahren, so müssen Sie nicht bis morgen früh, sondern bis morgen abends vertagen. Ich kenne die Verhältnisse, ich habe mich außerordentlich bemüht, ich v/ar in allen Kommissionen und habe sie aufgefordert, fertig zu werden. Ich war glücklich, daß die eine Kommission fertig wurde. Sie können die Vertagung beschließen, aber wir müssen vertagen ohne Rücksicht auf die Kommissionen. Delegierter Dr. J. Bierer (Bukowina, deutsch): Ich teile Ihnen mit, daß eine große Anzahl von Delegierten morgen Karlsbad verläßt, weil sie die Debatten satt hat. Nun steht die Sache so: der Permanenzausschuß nimmt das Recht für sich in Anspruch, alle Beschlüsse zu prüfen. Dazu hat er nicht das Recht. Die andern Aus- 523