Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 460 (sequence 470)
- Language
- German, English, Hebrew
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was für Früchte das tragen wird. Dazu ist es notwendig, daß zunächst die Exekutive die besten jüdischen Kräfte sammle. Es wird nicht viel kosten, nach meiner Schätzung wird die schriitiche Propaganda von Jerusalem vielleicht 15 000 Pfund im Jahre kosten, wobei ich ausschließlich die hebräische Propaganda im Auge habe. Die andere kann nur in Uebersetzungen existieren. Das Beste kann nur in hebräischer Sprache geliefert werden, nicht aus nationalem Ehrgeiz, sondern weil es natürlicher ist. Der Zionismus ist doch ein Protest gegen das Leben im Targum. Sie müssen doch zum Ursprung zurückgehen. Für die hebräische Literatur wird es ausreichen, wenn wir im ersten Jahre mit 15 000 Pfund einen Versuch machen. Ich kann nicht sagen, ob es genug oder zuviel ist. Ferner schlage ich vor, unsere Besten, unsere geistigen Führer zur Mitarbeit einzuladen. In der Zionistischen Organisation sind die beiden Begriffe getrennt; vielleicht kann es nicht anders sein. Aber die führenden Geister, die das Judentum beeinflussen sollen, sollen zu einer Beratung eingeladen werden, wie man die erste zionistische Schule einrichtet, wo der Zionismus auf wissenschaftlicher Grundlage studiert wird. Ich versichere Sie, daß der Erfolg der nächsten Jahre und des Keren Hajessod davon abhängt. Wenn wir eine gute Propaganda haben, sind wir imstande, das jüdische Volk zu gewinnen. Ich will hoffen, daß das der Fall sein wird. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Präsident Sokolow: Herr Dr. Hilkovitch hat das Wort zu einer Hitteilung. Delegierter Dr. A. M. Hilkovitch (Amerika, jüdisch): Hoher Kongreß! Im Namen der jüdischen amerikanischen Aerzte will ich Sie begrüßen und Ihnen etwas mitteilen, was Sie interessieren wird. Es ist vielleicht bekannt, daß die jüdischen amerikanischen Aerzte sich vereinigt und verpflichtet haben, die medizinische Abteilung der hebräischen Universität in Erez Israel zu bauen. (Lebhafter Beifall.) Ich will nicht zuviel Zeit damit verbringen, aber ich will versuchen, Ihnen in einigen Minuten zu erzählen, wie die Sache entstanden ist. Als Prof. Albert Einstein und Prof. Weizmann mit ihren Freunden nach Amerika kamen, hat man uns gesagt, daß Einstein für die hebräische Universität in Erez Israel Propaganda machen wird, und da ist es einigen Doktoren in New York eingefallen, den Aerzten zu sagen, ob es nicht möglich wäre, daß die jüdischen Aerzte Amerikas aus eigenen Mitteln die medizinische Abteilung für Jerusalem schaffen. Wir sind zusammengekommen und haben zu überlegen angefangen und einer fragte den andern, wieviel Geld braucht man dafür? Keiner von den drei, die an dieser Konferenz teilnahmen, hat noch je eine Universität gebaut. Wir haben uns gesagt, wenn man eine Million Dollar sammelt, dann wird es genug sein. Wir haben nun unter unseren Freunden zu agitieren angefangen. Wir haben aber nicht nur das Geld der Aerzte gewonnen, sondern wir haben ihre Seelen gewonnen. Wir haben bewirkt, daß die Aerzte, die bis dahin vom Judentum weit entfernt waren und Gegner des Zionismus waren, durch die Idee der hebräischen Universität nicht nur eine Million Dollar aufzubringen sich entschlossen haben, sondern sie sind so gute Zionisten geworden, daß viele von ihnen jetzt nicht nur für die Universität arbeiten, sondern für den Zionismus überhaupt Propaganda machen. Sie müssen wissen, daß in Amerika 6000 bis 7000 jüdische Aerzte 460