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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 422

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 422 (sequence 432)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4722-3480866
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SIEBENTER VERHANDLUNGSTAG Donnerstag, den 8. September 1921. 14. (Nachmittag-) Sitzung. Beginn: 3 Uhr 15 Min, nachm. Vizepräsident Berlin: Die Sitzung ist eröffnet. Wir setzen die Palästina-Debatte fort. Wie Sie wissen, ist die Redezeit auf 10 Minuten beschränkt. Das Wort hat Herr J a v n e e I i. Delegierter J. Javneeli (AchduthHaavodah-ErezIsrael, hebräisch): Ich kann nicht vor einem leeren Saale reden und bitte das Präsidium dafür zu sorgen, daß die Delegierten in den Saal kommen, oder die Sitzung auf später zu verschieben. Vizepräsident Berlin: Die Sitzung hat begonnen und wir müssen in den Verhandlungen fortfahren. Ich ersuche den Redner fortzusetzen. (Del. Javneeli weigert sich zu sprechen.) Da Herr Javneeli von seinem Rechte zu sprechen keinen Gebrauch macht, verliert er das Wort. Das Wort hat als nächster Redner Herr Morris Myer. Delegierter Morris Myer (England, jüdisch): Herr Vorsitzender! Geehrter Kongreß! Aus den Referaten, die wir hier über die Aufbauarbeit in Palästina gehört haben, geht hervor, daß man bei uns auf dem wirtschaftlichen Gebiete ebenso zu Werke geht, wie auf dem politischen: man schafft große Differenzen und sucht sich gegenseitig zu bekämpfen. Wir haben aber nicht ein einziges Wort darüber gehört, wie man die Konflikte ausgleichen könnte und wie man die schaffenden Kräfte vereinigen könnte, damit sie das Land aufbauen. In einem industriell so entwickelten Lande wie England ist letzthin ein System geschaffen worden, das sich benennt „profit sharing partnership", zwecks Verteilung des Profites zwischen Kapital und Arbeit. Die Arbeiterschaft soll an der Produktion dadurch interessiert werden, daß man sie am Profit beteiligt. Dies schafft ein besseres Einvernehmen zwischen den beiden Schichten. Auf diese Weise sind die Arbeiter unmittelbar an dem Erfolge interessiert. Die meisten verantwortlichen Führer der englischen Arbeiterpartei sind für dieses System, und auf der anderen Seite unterstützen so prominente Männer wie Lord Robert Cecil dieses neue System. Ich will daher vorschlagen, daß wir eine Kommission, bestehend aus drei Personen hier wählen, welche die Möglichkeit der Anwendung dieses Systems in Erez Israel zu prüfen haben wird. Denn wenn die scharfen Konflikte weiter bestehen, werden wir keine großen Fortschritte in unserer Arbeit machen. Die Arbeiter müssen mit dem Eigentümer zu einem Einverständnis gelangen und eine Basis für eine mögliche Zusammenarbeit finden. Wenn wir dieses System der Gewinnbeteiligung in Erez Israel anzuwenden vermögen, dann wird die Aufbauarbeit in die richtigen Bahnen gelenkt sein. Ich will damit nicht gesagt haben, daß wir sofort dieses System in Palästina anwenden können, die Kommission aber muß dieses System studieren und bestimmen, inwiefern es für die Aufbauarbeit in Palästina in Betracht kommen kann. 422

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