Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 420

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 420 (sequence 430)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476278--4720-3480864
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

es kann niemand für eine fremde Idee leben. Sorgen Sie dafür, daß eine derartige Leitung eingesetzt wird, welche die Pläne durchführen kann, die Ihnen Trietsch und Soskin vorschlagen! (Beifall.) Vizepräsident Kaplansky: Es wird heute nur noch Herr Dr. Soskin zum Worte gelangen. Er hat als Referent das Recht auf ein Schlußwort. Da er aber morgen wegfahren muß, hat er gebeten, heute noch sprechen zu dürfen. Ehe ich ihm das Wort erteile, will ich noch einige kleine Mitteilungen machen. Ich werde gebeten, im Namen des Hauptbüros des J. N. F. mitzuteilen, daß 150 Delegierte zusammen über 25000 tschechische Kronen für ein Haus für den J. N. F., das in Erez Israel gebaut werden soll, gezeichnet haben. Wir haben im Präsidium die Absicht, morgen Nachmittag eine Sitzung von ^3 bis 5 Uhr und dann eine Abendsitzung zu halten. Wir hoffen, morgen Nachmittag unbedingt die Palästina-Debatte zu beenden. Hierauf will Herr Bialik über unsere Propaganda und über unsere kulturellen Aufgaben referieren. Das Wort hat Herr Dr. Soskin. Berichterstatter Dr. S. E. Soskin (deutsch) : Helle Freude im linken Israel! Sie glauben (zur Linken gewendet) Soskins Plan begraben zu haben! Freuen Sie sich noch nicht! Es ist noch nicht das letzte Wort gefallen! Die vereinigten Scharen von Etting er, Dyk, Joffe und Wilkansky, denen im letzten Moment eine unverhoffte Hilfe seitens des Herrn Brutzkus gekommen ist, haben einen gemeinsamen Begräbnisplan aufgestellt. Was haben diese Herren gegen meinen Vorschlag vorgebracht? Die einen sagen, der Plan biete nichts Neues, wir hätten schon lange von Intensivismus gesprochen. Ja, Sie haben davon gesprochen, Sie haben aber nicht versucht, ihn ins Leben überzuführen. Die anderen sagen mir: Sie haben die Absatzverhältnisse nicht berücksichtigt. Der Absatz kann organisiert werden, wenn man es nur versucht. Aber man beginnt nicht mit einer Organisation, wenn man die Produkte schon hat, sondern bevor man sie hat. Ich habe in meinem Referate gesagt: Kolonisation ist in erster Linie Organisation. Die Herren weisen darauf hin, man könne nicht mit dem arabischen Gemüseerzeuger konkurrieren; wenn man gleiche Mengen erzeugt von einer gegebenen Fläche, dann kann man freilich infolge der teuren jüdischen Arbeitskraft nicht konkurrieren; wenn wir aber durch intensive Arbeit drei- und fünfmal so viel erzeugen könnten als heute, dann werden wir konkurrieren können. Sie sagen, die Chaluzim müssen sich in Palästina ausbilden. Was sollen sie in Palästina lernen? Wie man es nicht macht? Sollen sie die arabischen Methoden lernen? Demgegenüber behaupte ich, eine Ausbildung im Auslande ist durchaus vorzuziehen, damit die Leute mit Kenntnissen ins Land kommen und in der Lage sind, die besten Methoden im Lande anzuwenden. Ich habe meine Ideen von Leuten bestätigt gefunden, die die Sache verstehen, die allerdings keine palästinensischen Agronomen sind, die aber solche Settlements, wie ich sie empfehle, in Kalifornien und Australien mit Erfolg durchgeführt haben. Diese schreiben an die Leitung, daß sie an die Durchführbarkeit der Sache glauben, daß sie lebensfähig ist. (Zwischenrufe.) Ich habe Sie nicht unterbrochen. Ich bitte, Herr Präsident, mich zu schützen. Vizepräsident Kaplansky: Ich garantiere Ihnen volle Redefreiheit und bitte die Herren, nicht zu unterbrechen. 420

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.