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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 405

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 405 (sequence 415)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4705-3480849
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Personen. Davon waren die Hälfte einfache Juden, also was man Masse nennt, Schneider, Schuster, Tischler, Handwerker. Diese hatten wenige Mittel und doch fügten sie sich in das Wirtschaftsleben ein und ernähren sich in Palästina in den Kolonien und Städten, jüdischen und nichtjüdischen. Wir liehen ihnen ein Pfund und nach einiger Zeit bekamen wir es zurückgezahlt und weiter sehen wir diese Leute nicht. Sie kosten also weder die Regierung, noch die Araber etwas, sie sind freie Arbeiter und, wenn sie auch vom Araber etwas verdienen, so ist dies ihren Fähigkeiten und ihrer Intelligenz zuzuschreiben; zur Last fallen sie den Arabern nicht. Das ist ein gesundes Element, keine Chaluzim, sondern der einfachste Typus der Olim, die zu Hause nicht wußten, wovon sie leben werden. Im Emigrantenhaus blieben sie ein bis zwei, höchstens drei Wochen, was selten vorkam, während die jungen Chaluzim, die als Chausseearbeiter Verwendung fanden, oft ein bis drei Monate bleiben mußten. Dabei waren diese Handwerker auch Familienväter. Es waren unter ihnen auch andere Elemente, wie Kleinhändler, die Geschäfte gründeten, Gasthäuser eröffneten u. dergl. Ich propagiere nicht diese Leute als System, aber sie kamen eben ins Land und vergrößerten den Jischub. Manche hatten bis 100 Pfund bei sich; denen war gleich geholfen. Denjenigen, die weniger oder nichts hatten, wurden 25 Pfund für die Dauer eines Jahres leihweise zur Verfügung gestellt und auch denen war geholfen. Die restlichen 3500 Einwanderer, die von ihrer Hände Arbeit leben, fallen doch nicht alle der Regierung zur Last. 600 wurden in alten und neuen landwirtschaftlichen K w u z o t h untergebracht. Es waren einige neue Kwuzoth und einige sind in die alten hineingegangen. Ueber 500 Arbeiter sind in die jüdischen Kolonien, über 700 in freien Berufen, bei Telephon, Telegraph, Eisenbahn, wodurch die Regierung gewiß keinen Schaden erleidet. Es ist eben freie Konkurrenz. Nur etwa 1500 haben auf Chausseen und Straßen gearbeitet. Es ist also nicht richtig, es ist absolut schädlich und bedeutet eine Herabwürdigung der Chaluzim, wenn man so viel Lärm gemacht hat, daß sämtliche Chaluzim von der Regierung ausgehalten werden. Aber noch mehr wurde gegenüber dem jüdischen Handwerker gesündigt. Die Palästinaämter, die Exekutive, die Zionist Commission haben vor dem Handwerker Angst. Und doch kommt uns der jüdische Handwerker am billigsten zu stehen. Jeder Einwanderer kostet 5 Pfund. Dazu kommen Zelte und sonstige Ausrüstung, zusammen im Durchschnitt 10 Pfund. Jede Familie hat 3 bis 4 Seelen und hat so Anspruch auf 30 bis 40 Pfund. Kein Handwerker hat mehr gekostet. Es wäre einer solchen Handwerkerfamilie mit 30 bis 40 Pfund geholfen, wir brauchten sie nicht mehr zu unterstützen. Diese Tatsache beweist, daß wir unsere Pflicht gegen diese Kategorie von Einwanderern nicht genügend erfüllt haben. Es heißt überall Chaluzim, Chaluzim und nicht Olim. Es soll dies nicht ein Vorwurf gegen alle Chaluzim sein, nur ein Protest gegen die leichtfertige Behandlung der Handwerker seitens unserer Institutionen. An diesem Verhalten ist aber auch die Arbeiterpartei selbst schuld. Es wird immer nach produktiven Arbeitern gerufen. Ich frage: Ist nicht der jüdische Handwerker produktiv? Er hat schon produktive Arbeit im Galuth erlernt und ist deshalb ein sehr nützliches Element. Ich beschuldige hier auch die bürgerlichen Zionisten und hauptsächlich den M i s r a c h i. Diese Forderung des Handwerkers liegt doch auch in seinem Interesse. Der Misrachi führt einen Kampf gegen die Arbeiterparteien wegen ihres religiösen Verhaltens, wegen Minche- und Mariwbeten, wegen koscherer Küche. Ja, meine Herren vom Misrachi, sorget doch für Essen für diese Küchen! Organisieret die frommen Handwerker und sorget für sie! Ihr nützet damit Eurer Sache und dem Lande. Auf Grund des oben ausgeführten will ich Ihnen Vorschläge machen und wenn auch die meisten Delegierten jetzt abwesend sind, so bitte ich 405

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