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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 395

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 395 (sequence 405)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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wie Dr. Soskin es wagen kann, sich auf Dr. Mead zu stützen, den Begründer jener Kolonien, der zum Scherz die von Soskin gegründeten Kolonien die vier „L" nennt: „Little Lands, Little Livings" (Kleine Ländereien, kleine Lebensmöglichkeiten.) Und folgendes wird in dem offiziellen, von Dr. Mead herausgegebenen Bericht betreffend die zwei neu gegründeten Kolonien, über die Soskinschen Anschauungen gesagt: Unter der Ueberschrift: „Irreführende Behauptungen über den Umfang der zur Erhaltung einer Familie notwendigen Minimumfläche" lesen wir: „Die weit verbreitete Behauptung, daß in Kalifornien eine Familie von einem Acre Boden bequem leben kann, zeugt von Unkenntnis der landwirtschaftlichen Möglichkeiten oder von einer unverzeihlichen Außerachtlassung agrikultureller Tatsachen. Die Bevölkerungsdichte, die durch eine Ansiedlung von je einer Familie pro Acre geschaffen werden würde, ist nie und nirgends erreicht worden. Das bewässerte Aegypten, wo die Lebenskosten auf das niedrigste Minimum reduziert worden sind, wo der Boden an Fruchtbarkeit unübertroffen ist und wo er durch das fleißigste Volk in der Welt bearbeitet wird, gibt nicht den Lebensunterhalt für eine Familie pro Acre. Es ist daher nicht zu erwarten, daß ein ungeübter Mann auf einem nicht besonders fruchtbaren Boden dieses Wunder in Kalifornien vollbringen kann. (Report of the Commission on Land Colonization and Rural Credit of the State of California, 29. November 1916, Seite 80.)" Soskin hat uns durch die ganze Welt geführt, nur nicht durch Palästina. Er hat uns ein Budget vorgelegt, und dabei nicht für nötig gefunden, Palästina zu besuchen, sondern sich auf die Angaben des großen Spezialisten für spekulative Zahlen, Herrn Trietsch, verlassen. Er war vor 15 Jahren in Palästina, und inzwischen wurde doch dort ziemlich viel getan. Er brauchte nicht nach China und Japan zu gehen, auch in Aegypten und Damaskus besteht eine sehr hohe Gemüsekultur. Auch die Araber kultivieren Gemüse. Und auch in Palästina befinden sich in der Nähe von Jaffa am Strande des Meeres und in der Nähe von Rafeh Weinberge, dazu braucht man nicht nach Spanien zu gehen. Hat er aber gefragt, wie diese Araber leben? Denkt Ihr denn, daß es möglich sei, unsere Arbeiter in solche Verhältnisse zu versetzen? Wenn man das Leben der Fellachen als Beispiel nimmt, dann gedeiht alles in Palästina — die Landwirtschaft und auch die Pflanzungen; und alle Kolonisation ist billig, wenn man sich des Ochsen und Esels zusammen bedient und in Lehmhäusern wohnt. Dies ist vielleicht möglich da, wo eine feste landwirtschaftliche Klasse vorhanden ist, aber. derjenige, der Vorschläge macht, in Lehmhäusern zu wohnen u. dergl., möge doch selbst den Versuch machen. Soskin hat die palästinensische Sonne und ihren Glanz gerühmt. Ich preise auch den Schöpfer, der uns eine solche Sonne gegeben hat. Ich kann ihm aber nicht verzeihen, daß er Aegypten den Nil gegeben hat und uns den kleinen Jordan. Weiß Soskin denn, wieviel Gemüse man zu Wasser und zu Lande aus Aegypten einführt? Gemüse, das billig ist, weil die Bewässerung billig ist, und der Boden auf natürliche Weise gedüngter Deltaboden, und weil der Arbeiter ein armseliges Leben führt. Gerade die Sonne erweist keine Vorteile, denn wenn man sich Sonne verschafft wie Holland durch verschiedene künstliche Maschinen, dann ist man auf mehr Kopfarbeit und Geldausgaben angewiesen; ist aber die Sonne umsonst, dann kann jeder einzelne sie ohne Mühe hüten, und auch die Früchte sind umsonst. Soskins Philosophie ist schon ganz alt. Das ist der Kultus des Spatens. Die Entwicklung geht aber vom Spaten zur Maschine und nicht umgekehrt, obgleich es in allen europäischen Lehrbüchern anders steht. Außerdem vergessen Sie nicht, daß unsere Jugend durch verschiedene Umstände zum Spaten gekommen ist, daß aber diese Bewegung vielleicht nicht 395

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