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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 374

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 374 (sequence 384)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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ich möchte nur die Arbeit selbst beurteilen. Wenn Sie dann etwas zu antworten haben, so werde ich Sie auch bitten, das System zu verteidigen und sonst nichts weiter. Ich will auch die Führer der Arbeiterschaft in Palästina kritisieren, nicht als Personen, sondern als System. Unsere Arbeiter in Palästina sind ja eines der besten Elemente des jüdischen Volkes. Es ist gar kein Zweifel, daß sie die größten Idealisten sind und viele Opfer bringen. Aber sie sind Menschen und irren ist menschlich. Wenn sie etwas zu antworten haben, werden sie Gelegenheit haben, zu antworten und ihre Methoden zu verteidigen. Schon 1905, da man gesehen hat, daß eine Stockung in der jüdischen Kolonisation Palästinas eingetreten ist, hat man mit der Ansiedlung von Arbeitern auf dem Nationalfondsboden angefangen. Man wollte neue Ströme, neues Blut in die Kolonisation bringen. Es war lobenswert, daß man das getan hat, obwohl ich glaubte, daß der N. F. nicht für die Kolonisation, für die Ansiedlung geschaffen worden ist. Er ist nur für den Ankauf von Boden geschaffen worden und war nur dafür auszugeben. Man hat es doch getan in einer Zeit, wo es notwendig war, die Kolonisation zu beleben. Wie man aber gesehen hat, daß diese Form der Kolonisation nicht erfolgreich war, hätte man damit aufhören sollen. Man hätte neue Wege suchen sollen, wie man die Kolonisation erfolgreich macht. Es waren Defizite in diesen Ansiedlungen und, um diese zu decken, hat man zu Ende des Jahres in der Bilanz den Preis des Landes erhöht. Die Preise des Landes sind aber in Wirklichkeit nicht höher geworden. Der Preis wird nur nach dem Einkommen bestimmt, den das Land bringt. Nur durch unsere Käufe ist das Land verteuert worden. Aber diese Verteuerung als Aktivum aufzunehmen, war nicht richtig. Im vorigen Jahre, bei der Londoner Jahreskonferenz, habe ich Herrn de Lieme das gefragt und er hat geantwortet, daß dies, seit er in der Verwaltung ist, nicht geschehe. (Deleg. Dr. Bodenheimer: Vorher auch nicht!) O ja. Im Jahre 1907 auf dem Haager Kongreß hat mich Prof. Warburg gefragt: Da der N. F. Boden besitzt, keine Kolonisation darauf gemacht wird und nach dem damaligen türkischen Gesetz, wenn das Land nicht bearbeitet wird, es der Regierung verfällt, so mache er den Vorschlag, daß die P. L. D. C. mit dem Gelde des N. F. die Besiedlung anfange. Er fragte mich dann, wie ich dazu stehe. Ich habe ihm gesagt, daß, wenn wir das Land nicht anders retten können, wir sagen müssen, das Land ist nicht durch den N. F., sondern durch die jüdische Bank mittels einer Anleihe vom N. F. gekauft worden. Die Bank darf es dann verkaufen, um private Kolonisation zu machen und nicht durch Kolonisation auf Rechnung der Organisation das Geld des N. F. zu verlieren. Dies wurde nicht befolgt, es wurde Kolonisation auf Rechnung der Organisation weiter getrieben. Ich bin zu Professor Warburg nach Kissingen gekommen und habe ihn aufmerksam gemacht, daß das Geld des N. F. dadurch verloren werde. 1912 war die Jahreskonferenz in Köln und da habe ich wieder diese Sache öffentlich kritisiert. Es wurde mir versichert, daß jetzt eine Liquidation vorgenommen und daß man dann rationell vorgehen werde, uhd die P. L. D. C. so verwalten würde, wie es bei deren Gründung gedacht wurde. Man hat tatsächlich die Liquidation vorgenommen, aber unterdessen, nach kaum 2 Jahren, kam der Krieg und in Kriegszeiten konnte man nichts anderes machen. Unsere Positionen mußten erhalten, die Arbeiter beschäftigt werden und so setzten wir die alte Politik fort. Ich beschuldige niemanden, denn dies war notwendig, es hing nicht von unserem guten Willen ab, es mußte sein. Aber als die Zionist Commission 1918 nach Palästina kam und eine neue Epoche begann, hätte dieses System aufgegeben werden müssen. Anstatt dessen wurde es noch immer stärker betrieben. Im Budget vom Dezember 1918 wurden 12000 Pfund ausgesetzt, um diese Gruppen weiter fortzusetzen. Ich habe dagegen in der Kommission protestiert und werde späterhin erklären, 374

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