Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 340)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ferner haben wir im letzten Jahr 1920/21 auf Einnahmen von ungefähr 150 000 Pfund zu rechnen, so daß das Minimum des Vermögens, über das der Nationalfonds verfügt, selbst bei starken Abschreibungen 500 000 Pfund betragen wird. Somit stellt das Vermögen des Nationalfonds einen der größten Aktivposten der Zionistischen Organisation dar. Was die Spenden betrifft, so betrugen sie im Jahre 1914 744 700 Francs, im Jahre 1915 sanken sie auf 636 800 Francs, nahmen aber dann wieder schnell zu und betrugen im Jahre 1920 nicht weniger als 9 637 000. Sie haben also vom Jahre 1915, dem niedrigsten Jahre bis 1920, um das Fünfzehnfache zugenommen. Man muß freilich berücksichtigen, daß der Kurs der Francs nicht mehr vollwertig ist. Aber selbst wenn man annimmt, daß der Kurs der Francs auf das Dreifache gesunken ist, so ist noch immer eine Vermehrung um das Fünffache zu verzeichnen. Auch im laufenden Jahre scheint die Zunahme anzuhalten, wenn auch im geringen Maße. Im ersten Halbjahre betrugen die Einnahmen durch Spenden 60 176 Pfund gegen 48 693 Pfund in demselben Zeitraum des vergangenen Jahres. Besonders interessant und beachtenswert ist, daß im Gegensatz zum Preparations- und Restorationsfund der Unterschied der Eingänge zwischen den valutastarken und -schwachen Ländern beim Nationalfonds nicht bedeutend ist. Beim erstgenannten Fond verhielten sich die Einnahmen aus den valutastarken Ländern zu jenen aus den valutaschwachen Ländern wie 8:1, beim Nationalfond dagegen wie 1:1. Dies ist ein Beweis, wie bei guter Organisation auch valutaschwache Länder auf dem Spendenwege recht Bedeutendes zu leisten vermögen. Selbst in einem so valutaschwachen Lande wie Polen halten sich die Eingänge trotz der schnell sinkenden Valuta doch ungefähr auf der gleichen Höhe. Verehrter Kongreß! Es wird viel über die Höhe der Unkosten Klage geführt. Aber diese Klage ist nicht berechtigt. So betrugen z. B. im Vorjahre die Unkosten etwa 20 % und im Jahre 1919 sogar nur 16 %. Wenn man bedenkt, daß von diesen 20 % 7% auf die Verwaltung des Vermögens in Palästina entfallen, so sind tatsächlich die Spesen bei 13 % als recht gering anzusehen im Vergleiche z. B. mit anderen Sammelorganisationen, ganz besonders, wenn man bedenkt, daß die Eingänge sich im Wesentlichen aus ganz kleinen und daher natürlich große Unkosten verursachenden Eingängen zusammensetzen. Was die Organisation des N. F. betrifft, so hat sie, wie Ihnen allen bekannt ist, in den letzten 8 Jahren bedeutende Wandlungen durchgemacht. Das Hauptbüro, welches bis zum Kriege in Köln lag, konnte noch rechtzeitig bei Ausbruch des Krieges dank der voraussehenden Fürsorge Dr. Bodenheimers nach dem Haag verlegt werden. Dies war von großer Bedeutung nicht 330