Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 339)
- Language
- German, English, Hebrew
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Dienstag, den 6. September 1921. 11. (Abend-) Sitzung. Beginn; 8 Uhr 40 Min. abends. Vorsitzender Louis Lipsky: Die Sitzung ist eröffnet. Zur Berichterstattung über den Nationalfonds hat Herr Professor Otto Warburg das Wort. Mitglied des A.C. Professor Dr. Otto Warburg (mit lebhaftem Beifall begrüßt, spricht deutsch): Verehrter Kongreß! Es ist hier und teilweise mit Recht in der Kritik, die bisher geübt wurde, manches an den Arbeiten des letzten Jahres getadelt worden. Ich glaube, auch der Arbeit des N. F. wird eine Kritik ernster Art nicht erspart werden. Aber eines, glaube ich, werden Sie alle der Arbeit des N. F. zugestehen müssen, daß sie im großen Ganzen ein erfreuliches Ergebnis gehabt hat. Ich hätte eigentlich einen Bericht über acht Jahre zu erstatten anstatt über zwei, die sonst zwischen den Kongressen verflossen. Aber vier davon sind Kriegsjahre, in denen die Arbeit, wenigstens die Arbeit in Palästina, sich nur auf das Notwendigste beschränken mußte. Was dagegen die Arbeit der Sammelstellen, die Arbeit der Vermehrung des Vermögens, des Nationalfonds betrifft, so hat sie auch in den Kriegsjahren nicht geruht und im großen und ganzen ist die Arbeit erfolgreich gewesen. Das Vermögen des Nationalfonds betrug' im Juni 1913, also vor dem letzten Kongreß, 175 000 Pfund, davon 5A, also 125 000 Pfund in Investitionen in Palästina, während 50 000 Pfund bares Vermögen in Europa lagen. Im Juni 1920 betrug das Vermögen 410 000 Pfund, davon 8/s, also 240 000 Pfund Investitionen in Palästina und 2/ö, also 170 000 Pfund bares Vermögen. Die Vermehrung in diesen 7 Jahren betrug somit 235 000 Pfund, weit mehr als der Nationalfonds vor dem Kriege überhaupt besaß. Das Vermögen stieg somit in den 7 Jahren auf das 2xh fache, natürlich vorausgesetzt, daß kein Abstrich in Palästina nötig sein wird. Darüber können wir momentan noch keine genaue Auskunft geben. Das Direktorium hat beschlossen, eine Schätzungskommission zu beauftragen, die Bestände in Palästina aufzunehmen. Wir nehmen an, daß die Abschreibungen gering sein werden, weil das Inventar doch im Werte bedeutend gestiegen ist; will man den Boden mitberechnen, so ist es als sicher anzunehmen, daß das Vermögen ganz bedeutend zugenommen hat, zumal ja auch der geschenkte Boden dann geschätzt werden wird. 329