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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 273

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 273 (sequence 283)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Tätigkeit unter den 3% Millionen Juden Amerikas muß einen großen Teil unserer Kräfte in Anspruch nehmen; es ist ein vielgestaltiges Leben, mit seinen Wünschen und Hoffnungen, mit seinem Ringen, Gelingen und Scheitern, mit seiner Eigenart und mit seiner inneren Volkstreue. Da muß unsere Zentrale mitarbeiten. Dies hätte schon viel früher geschehen müssen, dann wären viele Mißverständnisse vermieden worden. Die Delegation hat eine neue lebhafte zionistische Bewegung hervorgerufen, von welcher wir hoffen, daß sie nicht wieder einschlafen, sondern stetig wachsen wird. Nun hat man die Frage gestellt, ob der Präsident der Zionistischen Organisation das Recht gehabt hat, allein hinzugehen und den Kampf aufzunehmen. Ich mache einen Unterschied zwischen Kampf und Propaganda. Der Kampf hat in Amerika selbst begonnen. Dort war eine regelrechte Konventionsmajorität und eine Minorität, und es war ein durchaus konstitutioneller Vorgang, daß aus der Minorität mit der Zeit eine Majorität geworden ist. Ein solcher Prozeß vollzieht sich in jedem konstitutionellen Lande und in jeder Partei, und jede Verdächtigung in dieser Hinsicht ist nicht am Platze. Daß sich dort die Wahl einer anderen Leitung vollzogen hat, das war ein Akt unseres inneren organisatorischen Lebens; diese Leitung ist aus einer großen Majorität hervorgegangen, und wir hoffen, daß es ihr gelingen wird, die höchste Potenzierung des Zionismus in Amerika zu erreichen. Wir hoffen auch, daß die Minorität, oder wie immer diese bezeichnet werden mag, in einem edlen Wettstreit mit der Majorität durch die Tat zeigen wird, daß sie nur in Mitteln und Methoden, nicht aber in Eifer, Gesinnungstüchtigkeit und Opfersinn den anderen nachsteht. Wichtig ist, daß die Delegation die zionistische Propaganda in Amerika neu belebt hat. Hat sie nun das Recht dazu gehabt oder nicht? Mir scheint, sie hat nicht nur das Recht, sondern auch die P f 1 i c h t dazu gehabt. Ich spreche davon deshalb, weil es sich dabei nicht nur um Amerika handelt. Es kann sein, daß es morgen notwendig sein wird, in ein anderes Land zu gehen. Ich will das Land nicht nennen. Es gibt andere Länder, wo wir ähnliche Erfahrungen machen. Wir wollen uns aus Zartgefühl nicht in innere Angelegenheiten einmischen. Man überläßt das am liebsten der Landesorganisation. Aber wie lange kann man das tun, wenn man sieht, daß der Zionismus an A n ä m i e zu leiden beginnt, daß er sich nicht aus eigenen Kräften helfen kann? Da hören alle Formalitäten auf, und die besten propagandistischen Kräfte müssen hinausgehen, um der Landesorganisation zu helfen, die sich wegen gewisser lokaler Reibungen nicht selbst helfen kann. Das ist eine prinzipielle Frage. Mir scheint, man kann sie damit als erledigt betrachten. Das sind die elementarsten Organisationsbegriffe, mit denen die Generaldebatte sich nicht zu viel beschäftigen brauchte. Aber die Fragen, die dieser Kongreß in den Vordergrund zu stellen hat, sind 18 273

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