Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 272)
- Language
- German, English, Hebrew
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Mitglied der Exekutive M. M. Ussischkin (mit stürmischem Beifall begrüßt, spricht jüdisch): Geehrter Kongreß! Ich will hier weder mit jemandem polemisieren, noch irgend jemanden beschuldigen, aber auch rechtfertigen will ich mich nicht; ich will nur aufklären. Der Moment, in dem wir uns jetzt befinden, ist zu ernst, und nur eine restlose Aufklärung der Mißverständnisse kann uns die zur Zusammenarbeit nötige Uebereinstimmung bringen. Es wurde hier über drei Probleme gesprochen: über die Arbeit in L o n d on, über den Konflikt in Amerika und über die Arbeit in Erez Israel. Ich will nicht über die Arbeit in London reden; ich habe an dieser Arbeit keinen Anteil genommen. Ich will auch nicht über den Konflikt in Amerika reden; ich übernehme vollkommen die Verantwortung zusammen mit meinen Freunden in der Delegation für alles, was dort geschehen ist; aber reden werde ich nicht darüber. Man hat schon genug darüber gesprochen und wer will, hat es verstanden, und wer nicht will, wird es nicht verstehen. Ich will nur von der wichtigsten Position unserer Arbeit reden, von der Arbeit in Erez Israel. Erez Israel ist der Zweck, London und Amerika sind nur die Mittel. Die schwerste Position ist in Erez Israel. London, Amerika, alle anderen Länder sind "weit. Dort hat man zu tun mit Programmen, Problemen, Anschauungen, Prinzipien, Unterhandlungen. In Erez Israel hat man mit Realitäten zu tun und daher ist es der schwerste Posten. Diese Realitäten ändern oft die best ausgearbeiteten Projekte. Der große Politiker, der Mann der großen Energie und Freund unserer Bestrebungen ist mit fertigen Plänen aus London nach Palästina gekommen; aber seitdem er sich auf dem Oelberg niedergelassen hat, tut er Dinge, die uns oft verbittern. Das ist der Unterschied zwischen London und Palästina. Die Lage in Erez Israel ist schlecht. Fragen Sie die Palästinenser, wer daran schuld ist, so werden 80 % von ihnen antworten, die zionistische Leitung sei daran schuld, besonders ihre Vertreter in Jerusalem. Welches sind die Vertreter der zionistischen Leitung in Erez Israel? Ich meine nicht nur die jetzigen, sondern den Waad Hazirim als Ganzes, wie er in den letzten 3% Jahren war. Die Zionist Commissi o n war nur ein Pseudonym, ein Korridor, den Personen mit verschiedenen Weltanschauungen, Wünschen und Absichten durchschritten haben: Chaim W e i z m a n n, Joseph C o w e n ,Dr. E d e r, Levin-Epstein, Jabotinsky, Sylvain Levy, Bianchini, Robert Szold, van Vriesland, Friedenwad, Ussischkin, Ruppin, Leib J a f f e u. a. Und alle diese Menschen sind nicht vom Kongresse gewählt worden, sondern von Personen, die in London gewesen sind, und diese haben heute den, morgen einen 262