Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 268)
- Language
- German, English, Hebrew
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daß es nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht sei, die meines Kollegen und Freundes de Lieme und meine eigene, vor diesem Kongreß unsere Amtszeit zu vertreten und daß wir daher das Recht eines Mitgliedes der Exekutive haben mit der einzigen Ausnahme, daß den Mitgliedern der jetzigen Exekutive das Schlußwort nach uns gebühre. Ich habe dem Präsidium erklärt, daß ich gegen die Einschiebung des Herrn Z 1 atop o 1 s k y zwischen uns als Vertretern der Exekutive und den gegenwärtigen Vertretern der Exekutive protestieren müsse. Ich habe erklärt, daß ich das als eine Verletzung der organisatorischen Grundlagen der Bewegung betrachte und ich habe ferner erklärt, daß ich keinen Grund dafür sehe, daß man Herrn Zlatopolsky eine besondere Stellung einräumt, die durch keinerlei organisatorische Grundlagen gerechtfertigt ist. Ich habe ferner dem Präsidium erklärt, daß aus der Tatsache, daß ich wünsche, daß die organisatorischen Grundlagen gewahrt werden, weder Herr de Lieme, noch ich Konsequenzen zu Ungunsten des Herrn Zlatopolsky ziehen würden und bereit wären, auf seine Ausführungen nicht zu erwidern. Ich habe eine Geschäftsordnungsdebatte über diesen Punkt herbeiführen wollen, weil ich glaube, daß der Kongreß dazu berufen ist, die organisatorischen Grundlagen der Bewegung zu wahren. Ich habe es nicht getan. Der Grund, weshalb ich es nicht tat, ist folgender. Herr d e L i e m e und ich haben vor dem Kongreß unseren Standpunkt dargelegt. Nach uns haben die anderen Herren der verschiedenen Fraktionen gesprochen. Um auf alle diese Ausführungen einzugehen, ohne oberflächlich zu sein, um das Ergebnis dieser Generaldebatte von unserem Gesichtspunkt zusammenzufassen, würde die Zeit, die das Präsidium uns gewährt hat — und sie hat sie uns gewährt mit voller Rücksichtnahme auf die bereits so lange in Anspruch genommene Geduld des Kongresses — nicht hinreichen. Wir haben daher beschlossen, soweit sich aus unserem Standpunkt Folgerungen für die weiteren Debatten bezüglich Palästinas, bezüglich des Keren Haje ssod, bezüglich der Organisation usw. ergeben, zu den einzelnen Fragen dort Stellung zu nehmen, wo wir in die Einzelheiten eingehen können und wir haben beschlossen, jetzt auf unser Recht auf ein Schlußwort zu verzichten. (Sehr gut!) Vizepräsident Motzkin: Schließen Sie sich, Herr de Lieme, dieser Erklärung an? Mitglied des A. C. Julius Simon: Ich habe im Namen de Liemes wie in meinem eigenen Namen gesprochen. Vizepräsident Motzkin: Ich muß Herrn Simon gegenüber eine Richtigstellung vornehmen. Wenn er behauptet hat, daß die beiden Herren sich bereit erklärten, auf die Ausführungen des Herrn Zlatopolsky überhaupt nicht einzugehen, so war dies mir nicht bekannt. Ich habe eine derartige Erklärung überhaupt nicht gehört. Im übrigen werde ich geschäftsordnungsmäßig verfahren. Das Wort hat Herr Zlatopolsky. Mitglied des A. C. Hillel Zlatopolsky (spricht jüdisch): Sehr geehrter Kongreß! Bei uns spielt sich jetzt nicht ein persönlicher Kampf ab, sondern ein I d e e n k a m p f. Es ist nicht eine Frage von Simon und de Lieme, sondern eine Frage der Richtung, die Simon und de Lieme vertreten. Simon sagt, es hätte sich nur darum gehandelt, in die Exekutive zu kommen. Für meine Person gilt dies nicht. Ich verstehe keine Politik; ich wollte nur praktische Arbeit leisten. Nicht ich und 258