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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 248

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 248 (sequence 258)
Language
German, English, Hebrew
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rechten und dem linken Flügel gesehen. Es muß Toleranz, Gewissensfreiheit und gegenseitiger Respekt in unseren eigenen Reihen herschen. Noch einige Worte über unsere Beziehungen zum High Commissi o n e r von Palästina, Herbert Samuel. Wir haben diesbezüglich nur Kritiken, aber kein einziges gutes Wort gehört. Es ist aber Pflicht des Kongresses hier zu betonen, daß trotz aller Fehler, welche er begangen hat, trotz der Schwierigkeiten, welche eingetreten sind, unsereHerzen mit ihm sind, weil wir wissen, daß er mit reinen Gedanken und reinem Gewissen hingefahren ist, um den Gedanken von Erez Israel zu verwirklichen. (Lebhafter Beifall.) Ich habe jetzt diesbezüglich Nachrichten aus den Zeitungen erhalten, die aus London kommen. Es ist ein außerordentlich wichtiges Faktum. In der „Morning Post'4, einer Zeitung, die mit den Verhältnissen unter den Arabern besonders gut vertraut ist, ist folgende Mitteilung erschienen: Vor einigen Tagen hat Herbert Samuel 46 palästinensische Notabein berufen, um mit ihnen wegen der zukünftigen Regierung Palästinas mit Hilfe einer konstitutionellen Versammlung zu verhandeln. Auf dem ersten Meeting ist beschlossen worden, daß die Versammlung der Notabein alle zwei Wochen zusammenkommen soll. Samuel forderte, daß als Basis der Verhandlungen die Balfour-Deklaration und die zionistische Interpretation derselben dienen soll. Die palästinensisch-arabischen Notabein haben sich geweigert, diese Basis anzunehmen, weil sie geeignet sei, Palästina unter jüdische Herrschaft zu stellen. Die Verhandlungen mit den Notabein haben sich zerschlagen, weil Samuel, wie gesagt, als Basis die Balfour-Deklaration aufgestellt hat. In einem solchen Moment müssen wir sagen, daß unsere Sympathien mit ihm sind. (Lebhafte Zustimmung.) Wenn wir aufhören, Sir Herbert Samuel so viel zu kritisieren, wird es auch ein Nutzen sein. Wenn wir kein Vertrauen zur Regierung haben, daß sie nach bestem Wissen für unsere Interessen tätig ist, wie können wir dann zum Volke gehen und es um Geld zum Aufbau bitten? Wir müssen Zutrauen zur Regierung haben, damit das Volk Zutrauen zu uns hat. Sebstverstänlich darf Kritik ausgeübt werden, aber die Kritik muß sachlich und konstruktiv sein. Ernste Kritik, Vorsicht, Geduld und Toleranz — das sind die Mittel, die uns helfen können, unser nationales Heim in Erez Israel zu erwerben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Klumel: Wir haben noch 3 Redner. Der Plan für die heutige Sitzung ist folgender: Bis 7 Uhr würden die 3 Redner zu Ende sprechen, dann machen wir eine einstündige Unterbrechung und um 8 Uhr beginnen dann die Antworten der Exekutive. Delegierter Dr. H. Gottlieb (Polen, zur Geschäftsordnung, spricht jüdisch): Ich muß als Angehöriger der polnischen Landsmannschaft das Wort vom Kongreß verlangen, um hier unsere Meinung zu vertreten. Vizepräsident Dr. Klumel: Herr Dr. Gottlieb, solche Erklärungen haben wir hier schriftlich fast von allen Landsmannschaften. Wenn der eine oder der andere mit der hier zum Ausdruck gebrachten Meinung der Landsmannschaft nicht zufrieden ist, will er das Wort haben. Wir würden dann noch weitere 30 Redner haben. Ich glaube kaum, daß der Kongreß darauf eingehen wird, jetzt eine neue Debatte anzuschneiden. Ein Delegierter: Ich beantrage Schluß der Rednerliste. 248

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