Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 149)
- Language
- German, English, Hebrew
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Präsident uns zu schreiben wagt Damals wurde von der Opposition gegen Weizmann der Vorwurf erhoben: wir können nichts tun, so lange Weizmann in Brandeis den Ueberlegenen, den Vorgesetzten, den Ehrenpräsidenten erblickt. Welche Vorwürfe Sie immer Weizmann machen wollen, diesen Vorwurf dürfen Sie ihm nicht machen. Er hat das Menschenmöglichste getan, er hat nachgegeben, wo er nachgeben konnte und vielleicht auch dort, wo er nicht hätte nachgeben sollen, nur um den Frieden zu erhalten. Und wenn der Friede dennoch noch nicht gekommen ist, so war er eben damals nicht möglich. Aber er wird möglich werden, wenn Sie, meine Herren, hier gute Arbeit leisten werden, wenn Sie nicht vergessen werden, daß es sich hier nicht nur um politische und nicht nur um Erziehungs- und ökonomische Fragen handelt, sondern um ein Weltproblem im höchsten Sinne des Wortes, nicht in dem Sinne, daß das ein Problem ist, mit dem die Welt sich beschäftigt, sondern ein Problem, dessen Lösung für die Welt von größter und tiefster Bedeutung ist. Als ich in San Remo und auch in Wien Gelegenheit hatte, mit englischen führenden Staatsmännern in Verbindung zu treten, da habe ich mich nicht darüber gefreut, daß England mit uns ein Bündnis schließt, sondern daß diese Männer, die Balfour und Cecil usw., nicht nur als Politiker das Palästina-Problem lösen wollen, sondern weil sie einsehen, daß wir für die Kultur Großes und Entscheidendes leisten können. Das müssen Sie sich vor Augen halten. Sie müssen sich vor Augen halten, daß wir ein Problem zu lösen haben, von dessen Lösung das Wohl der Menschheit, allerdings vielleicht in einer fernen Zukunft, abhängt. Lassen Sie sich von diesem Geiste der Verantwortung erfüllen, von dem Geiste unserer Propheten, und dann werden Sie sehen: Brandeis und auch alle Nichtzionisten werden zu uns kommen, weil sie werden kommen müssen. (Großer, langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Motzkln: Wir werden bald die Sitzung schließen, ich habe Ihnen nur einige Mitteilungen zu machen. Morgen um 10 Uhr Vormittag findet in der Synagoge ein Festgottesdienst statt, zu dem sämtliche Delegierte eingeladen sind. Die Herren L e v i t e und G o 1 d b e r g laden für morgen 4 Uhr nachmittags ins Hotel Glattauer jene Herren zu einer Besprechung ein, die ein Interesse an der Industrialisierung Palästinas haben. Die Poale Zion -Fraktion versammelt sich um 8 Uhr abends im Zimmer 54. Die M i s r a c h i - Delegation versammelt sich morgen abends um 8 Uhr im Bayrischen Hof. Die Sitzung der osteuropäischen Landsmannschaften findet morgen 8 Uhr abends im Zimmer 39 statt. Die polnische Landsmannschaft versammelt sich morgen um Y*l Uhr abends im Hotel Krakauer. Die ostgalizische Landsmannschaft versammelt sich morgen um Vi! Uhr im Hotel Englischer Hof. Die Beamten der zionistischen Institutionen werden für Dienstag abends %9 Uhr Schützenhaus, 1. Stock, zu einer Besprechung über die Schaffung einer Berufsorganisation eingeladen. 139