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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 122

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 122 (sequence 132)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4422-3480566
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Wir gehen jetzt zu unserer Debatte über. Aber ehe wir das tun, erteile ich das Wort dem Vertreter aus Palästina, unserem altbekannten David Yellin. Delegierter David Yellin (Erez Israel, von lebhaftem Beifall begrüßt, spricht hebräisch): Hochverehrter Kongreß! Ich habe dem ersten Kongresse der Qeulah den Gruß des Waad Haleumi in Palästina zu überbringen, indem ich Ihnen die Losung zurufe, die Gott unserem Führer, der uns nach Palästina bringen sollte, Iosuah, sagte: „Verzage nicht undfürchte dich n i c h t". Die Augen ganz Israels sind erhoben zu dem Kongreß, und Palästina erwartet mit Spannung die Resultate Ihrer Arbeit. Der Gedanke unseres Führers H e r z 1 über die Vertretung des jüdischen Volkes, den Kongreß, hat sich auch in Palästina erfüllt, wenn auch etwas später. Dieser Gedanke ist nach der Eroberung Palästinas und der Balfourdeklaration in der Form eines jüdischen Nationalrates in Erfüllung gegangen. Niemand darf jetzt im Namen des palästinensischen Judentums sprechen, außer seiner gesetzlichen und gewählten Vertretung. Winzig und klein ist noch der Jischuw, aber er ist ein gesunder Kern, um den sich die Wiederbelebung des jüdischen Volkes konzentrieren kann. Ueber zwei Jahre wurde um den Gedanken des Waad Haleumi gekämpft, aber wie jeder Gedanke mußte auch dieser sich erst einen Weg bahnen. An den Wahlen zur Assefat Haniwcharim beteiligten sich 70% des palästinensischen Judentums. Jetzt sind der Jischuw und die zionistische Organisation zwei sich ergänzende Kräfte. Der Jischuw kennt die Kraft der Organisation und unterwirft sich ihr in den meisten entscheidenden Fragen. Aber auch der Jischuw muß gehört werden. Auch ich habe an den Erfolgen des Waad Haleumi gezweifelt, aber seine halbjährige Tätigkeit hat gezeigt, was er zusammen mit der Zionist Commission für den Jischuw geleistet hat. Palästina ist zwar klein, doch sein Einfluß auf den Galuth ist unabschätzbar. Wenn wir hier hebräisch sprechen, so ist das der Erfolg Palästinas. Es war hocherfreulich, daß die programmatischen Reden der Leitung hebräisch gehalten wurden. Jeder Delegierte, der Hebräisch beherrscht, muß hebräisch sprechen. Wer nicht versteht, für den soll übersetzt werden. Geehrter Kongreß! Es kam die Zeit, in der sich bei uns die Worte unseres großen Nationaldichters, des Rabbi Jehuda Halevi erfüllten, der in seinem Gedicht „Zion" sang: „Dein Leid zu beweinen bin ich ein Schakal Und zur Zeit deiner Rückkehr aus der Gefangenschaft — Eine Harfe deinen Liedern." Es gab in den letzten Jahren eine Zeit, da wir glaubten, schon alles erreicht zu haben, und wir waren eine Harfe für das Lied, das Lied der Rückkehr nach Zion, das war zur Zeit der Balfourerklärung und des Beschlusses von San Remo; und es kam wieder eine Zeit, da wir dachten, daß uns schon alles verloren sei, und daß wir Schakale sein müßten, um das Leid Zions zu beweinen, das war in der Stunde der Erschlagenen Jerusalems, in den Tagen der Pessachausschreitungen im vergangenen Jahre, die von unserem Führer vergessen wurden, als er gestern die Namen aller in den letzten Jahren Gefallenen (die Versammelten erheben sich) erwähnte. Aber wir brauchen nicht zu verzweifeln, auch wenn man über uns in unserem Lande, gerade in den Tagen unserer Rückkehr aus der Gefangenschaft herfällt. Denn wir wissen ja, daß man ohne Opfer kein Ideal erreicht. Unser Volk ist stets zu Opfern bereit, und diesesmal hatte 122

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