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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 109

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 109 (sequence 119)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4409-3480553
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Vizepräsident Motzkin (unterbrechend): Herr de Lieme, Sie haben bereits eine Stunde gesprochen. Laut den Vorschlägen, die akzeptiert wurden, ist im allgemeinen eine längere Redezeit als eine Stunde nicht vorgesehen. Haben Sie noch lange zu reden? Delegierter de Lieme (fortfahrend): Ich habe nur noch einige wichtige Fälle aus dem Reorganisationsbericht zu besprechen. Was führt man gegen den Bericht an? Erstens: „Simon und de Lieme haben die eigentliche Verantwortung. Wir haben nach dem Rezept Brandeis gearbeitet. Agrarisch haben wir vergessen, daß früher eine Kolonisation auf Ratenzahlung war. Wir haben vergessen, daß unsere Vorschläge der Initiative Ruppins entnommen sind. Wir haben Theorien formuliert, die theoretisch sehr schön, aber praktisch nicht durchführbar sind, weil man die Kapitalisten nicht auswählen kann." Sie fühlen die innerpolitische Tragweite dieser Argumente. Hier muß ich Sie ein wenig um Geduld bitten. Hier geht es um die Zukunftsfrage der Arbeit in Palästina. Alle anderen Sachen der Mißverwaltung werde ich ruhen lassen, nur einige agrarische Fragen werde ich versuchen anzudeuten. Warum ist der Kampf so erbittert und wird noch erbitterter? Jahrelang haben wir gehört, was in Palästina gemacht wird, ist wunderbar und ein Mann machte alles, das ist Ruppin. Und wenn man Kritik an dieser Sache übt — denken Sie daran, daß Ruppin in Palästina ist — so ist dann de Lieme im Haag derjenige, der verantwortlich ist. Und das schreibt die Exekutive in einer offiziellen Erklärung — ich habe alle Stücke darüber nach London geschickt, aber vergebens — glauben Sie mir, ich habe schwache Kräfte, ich habe andere zionistische Arbeit gehabt und habe selbst zu tun, ich habe schon während des Krieges versucht, zu einer Sanierung zu kommen, und wenn das von der Exekutive bestritten werden sollte, so sind Delegierte im Saale, die über meine Tätigkeit im Haag Zeugnis ablegen können. Da schreibt man: „Der verantwortliche Mann ist de Lieme". Das macht die Verbitterung, und das macht die weitere Zusammenarbeit unmöglich. Man kann nicht zusammenarbeiten, wenn man nachher, nachdem Versuche zur Sanierung an dem Streben und dem Unwillen derselben Leute scheiterten, hört: Sie sind der verantwortliche Mann. Das sagen dann die Leute, die bei der Einführung der geringsten Kontrolle mit ihrer Demission immer gedroht haben. Das kann kein anständiger Mensch, der etwas Verantwortlichkeitsgefühl für die Erfüllung seiner Aufgabe hat, und das habe ich noch, mitmachen. Daher entsteht Verbitterung in unseren Reihen und das muß aufhören. Wir haben in Palästina direkt Kämpfe führen müssen, um die Grundlagen unserer Beurteilung zu haben, und da wird immer nur mit der Psychologie gearbeitet. Wir haben ganze Stunden Kreuzverhör halten müssen, um herauszufinden, wieviel unproduktive Elemente in jeder Gruppe sind. Als wir das festgestellt haben, da sind wir zum Schlüsse gelangt, daß die Gruppen zu klein sind, und weil das produktive Element zuviel belastet ist, können sich die Gruppen nicht entwickeln. Man hat uns aber vorgetragen, wie sehr Psychologie not- 109

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