Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 97)
- Language
- German, English, Hebrew
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wir Erfolg haben sollen. Bekümmern Sie sich um nichts anderes als um das Aufbringen der Gelder. Das ist Ihre Funktion. Versuchen Sie nicht, uns eine organisatorische Maßregel aufzuzwingen, weiche gegen alle bisherigen Prinzipien der Organisation verstößt und dies in einem Augenblick, wo wir gerade daran sind, mühsam die neue Form aufzubauen, die zu einer zweckmäßigen Arbeit in Zukunft unerläßlich ist." Ich sandte eine Abschrift dieses Briefes an F e i w e 1, worin es heißt (liest): „Ich übersende Dir anliegend Kopie eines Schreibens an Z1 a t o - p o 1 s k y und an N a i d i t s c h. Ich muß gestehen, daß ich mich dabei außerordentlich zusammengenommen habe, da mir ganz andere Dinge auf der Zunge lagen, als ich diktiert habe. Wenn N a i d i t s c h in die Exekutive hätte hereinkommen wollen, hätte er es in der Jahreskonterenz sagen müssen. Er hat mir gegenüber aber mehrfach betont, daß er es nicht will. Die Form, die jetzt vorgeschlagen wird, ist teils eine Camouflage, zu der ich mich nicht hergebe, teils schafft sie in dem Keren Hajessod eine der Exekutive sogar übergeordnete Stellung, da im Falle von Meinungsverschiedenheiten über die Verwendung von Geldern des Keren Hajessod (der einzigen Gelder, welche der Exekutive zur Verfügung stehen), dem Keren Hajessod das Vetorecht zustehen soll." Und einige Tage darauf wiederum an F e i w e 1 (liest): „Ich betrachte es als Deine Pflicht, für den Gedanken der „Sachlichkeit", der „Konzentration", der „Beschränkung", der „Produktivität" zu wirken in dem Sinne, daß man sich zum Ziel setzt, etwas zu schaffen, anstatt über alles zu beraten. Denn ich glaube, daß wir anders in den Sumpf geraten. Wenn Ihr das nicht wollt, dann gibt es freilich nur einen Ausweg, denn ich stimme Dir zu, daß die gegenwärtige Tatsache, daß wir sozusagen von Amerika und Europa verlassen sind, keine vier Monate andauern darf, da bereits die letzten vier Wochen ein unsagbarer Schaden gewesen sind. Es gibt nur einen Ausweg, — denn ich würde diesen Kampf im Innern selbst dann nicht weiterführen, wenn ich gesünder wäre, da er jede schöpferische Arbeit unmöglich macht — dieser eine Weg ist, daß ich die Waffen strecke. Ich kann natürlich nicht in einer Exekutive bleiben, die nach Methoden arbeiten würde, die nach meiner Ueberzeugung — wie gesagt — in den Sumpf führen. Dann bildet Ihr die Exekutive. Ich werde auch dann nicht abseits stehen. Ihr werdet mir dann ein Spezialgebiet zuweisen und ich werde strikte nach den Bedingungen arbeiten, die ich selber aufgestellt habe." Das war die Haltung des Diktators! Sachlich konnte ich nicht anders entscheiden, denn nach meiner Ueberzeugung liegen die Fähigkeiten von N a i d i t s c h und Zlatopolsky nicht auf dem Gebiete der Exekutive, wie ich sie verstehe. Liegen sie aber nicht auf diesem Gebiete, so haben sie nichts in der Exekutive zu tun und sei auch ihr Haupt mit hundertprozentigem zionistischem Oele gesalbt. (Sehr richtig!) Das ist der sachliche Teil der Erwägungen. Der formale ist ebenso ernsthaft. Der Ver- 87