Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 81)
- Language
- German, English, Hebrew
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die er hier an der Hand der Protokolle hätte vornehmen sollen, hat er geglaubt nicht vornehmen zu können. Er hat sich außer Stande gesehen, ohne die Voraussetzungen, die der Permanenzausschuß schaffen soll, darüber zu entscheiden. Präsident Sokolow: Es ist angeregt worden, daß jene Fragen, welche durch den Legitimationsausschuß nicht erledigt worden sind und zwar nicht nur die Frage der russischen Delegierten, sondern auch die übrigen Fragen, dem Permanenz - ausschusse überwiesen werden. Wer damit einverstanden ist, daß der Kongreß im jetzigen Moment sich darauf beschränke, diese Fragen dem Permanenzausschusse zuzuweisen, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Angenommen. Damit ist diese Frage erledigt. Wir treten jetzt in die Generaldebatte ein. Zur Einleitung in die Generaldebatte erteile ich das Wort Herrn Lichtheim, der Ihnen einige Aufklärungen über den Inhalt der Berichte, die Ihnen im Druck vorgelegt worden sind, geben wird. Mitglied der Exekutive Richard Lichtheim (spricht deutsch): Geehrter Kongreß! Wir treten jetzt in die sachliche Verhandlung der Fragen ein, die diesen Kongreß beschäftigen sollen. Nach alter Uebung beginnen wir mit einer Generaldebatte, die nach unserer Tradition die Generalabrechnung ist zwischen dem Kongreß und der Leitung über die ganze verflossene Periode der Geschäftsführung. Diesmal begegnet diese Abrechnung ganz besonderen Schwierigkeiten, vor allem schon durch die Länge der Zeit, die verflossen ist, seitdem der letzte Kongreß stattfand. Die Exekutive will sich bemühen, die Auseinandersetzungen des Kongresses nach Möglichkeit zu erleichtern und zu fördern. Sie betrachtet es als zweckmäßig, zu Beginn der Generaldebatte nicht von ihrer Seite noch einmal eine mündliche Darstellung der verflossenen Ereignisse, der getanen Arbeiten und ihrer Auffassungen zu geben, sondern sie will sich darauf beschränken, zunächst den Kongreß zu hören, der hier seit 8 Jahren wieder zum ersten Mal in legaler Weise versammelt ist. Wir haben uns bemüht, soweit es in unseren Kräften stand, die Arbeiten des Kongresses vorzubereiten und zu fördern durch Herausgabe von gedruckten Berichten, in einem Umfange und in einer Zahl, wie sie sonst den Kongressen nicht vorgelegt wurden, zum Teil wiederum genötigt durch die lange Zeit, die seit dem letzten Kongreß verflossen ist. Wenn Sie die Berichte prüfen, die Ihnen ausgehändigt wurden, müssen wir Sie von vornherein in einem gewissen Sinne um Entschuldigung und um eine wohlwollende und nachsichtige Behandlung bitten. Es ist unmöglich, den gesamten Berichtstoff, der sich in diesen 8 Jahren angehäuft hat, Ihnen in Form von gedruckten Berichten zu unterbreiten. Es war schon ein Wagnis für die Exekutive, die zur Vorbereitung dieses Kongresses nur eine beschränkte Zahl von Monaten zur Verfügung hatte, überhaupt an die Herausgabe dieser umfangreichen Berichte heranzutreten. Wir haben es aber getan, so gut wir es konnten. 71