Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 65)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476278--4355-3480499- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Präsident Sokolow: Ich stelle den Antrag des Herrn Dr. Margulies zur Abstimmung. Wer dafür ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Geschieht.) Der Antrag des Legitimationsausschusses ist angenommen. Berichterstatter Dr. Margulies: In Beßarabien hat der Landesverband 12631 Schekel abgeführt. In Beßarabien aber besteht eine Misrachiorganisation, welche sich nicht dem Welt-Sonderverband Misrachi und auch nicht dem Landesverbände Beßarabien angeschlossen hat. Diese Misrachigruppe hat 2520 Schekel gesammelt und hat nun geglaubt, selbständig wählen zu können. Der Landesverband hat die ihm nach der Schekelziffer von 12 631 zustehenden 8 Delegierten gewählt. Diese Wahl ist in Ordnung. Die Misrachi haben geglaubt, daß sie so zu behandeln sind wie eine Landesorganisation: Für die ersten 1000 Schekel ein Delegierter, für die nächsten 1000 ebenfalls einer und für den Rest gleichfalls ein Delegierter, und haben nun drei Delegierte gewählt. Der Legitimationsausschuß ist der Ansicht, daß dies nicht zulässig ist. Er hat der Misrachigruppe aus Beßarabien die Frage vorgelegt, ob sie sich zu dem Misrachi zählt oder zum Landesverband, damit sie als ein Wahlkreis der einen oder der anderen Gruppe zugezählt werden kann. Da der Legitimationsausschuß keine bestimmte Antwort bekommen hat und die Schekel dieses Verbandes durch den Landesverband abgeführt wurden, hat er sie zu dem Landesverband zugeschlagen und hat dieser Gruppe, wie wenn sie ein eigener Wahlkreis wäre, ein Mandat zugebilligt. Das Ergebnis wäre dasselbe gewesen, wenn sie sich zum Misrachi zugeschlagen hätte. Der Legitimationsausschuß schlägt Ihnen daher vor: In Beßarabien zu verifizieren die 8 Mandate, wie sie der Landesverband vorgeschlagen hat, ebenso zu verifizieren das erste Mandat von der Misrachiliste, dagegen die zwei andern nur als Ersatzmänner für diesen einen Mann aus der Misrachiliste zu erklären. Präsident Sokolow: Wir kommen zur Abstimmung. Wer für den Antrag des Legitimationsausschusses ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Geschieht.) Der Antrag ist mit überwiegender Majorität angenommen. (Lebhafte Rufe: Er ist nicht angenommen! — Lärm. — Ruf: Es lag eine Wortmeldung eines Delegierten aus Beßarabien vor! — Lärmende Zwischenrufe.) Präsident Sokolow: Es war ein Mißverständnis. Es hat sich vor der Abstimmung, wie ich höre, Herr Rabb, Polinkowski zum Worte gemeldet. Berichterstatter Dr. Margulies: Das Mandat des Delegierten Rabb. Polinkowski wird nicht angefochten. Präsident Sokolow: Das Recht, in dieser Frage zu sprechen, haben nur Mitglieder, deren Mandate bestritten werden. (Lebhafte Unruhe.) Berichterstatter Dr. Margulies: Ich bin bereit, folgendes hinzuzufügen, weil Herr Levin-Epstein Wert darauf legt: Der Fehler soll durch den Landesverband verschuldet sein, weil dieser der Misrachigruppe gesagt haben soll, sie könne als eine eigene Gruppe wählen. 55