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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 25

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 25 (sequence 35)
Language
German, English, Hebrew
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die so viel Sinn für große Menschheitsideale hat, unser ideales Bestreben nicht zu schätzen fähig wäre. — Da wurde uns schon unter dem Ministerium Ribot von M. Jules Cambon im Namen der Französischen Republik ein Dokument zur Veröffentlichung gegeben, das uns Unterstützung für unsere nationale Sache verspricht. Das darauffolgende Ministerium Clemenceau hat uns durch den damaligen Minister des Aeußern, M. Pichon, die Deklaration Balfour bestätigt. - Eine ähnliche Bestätigung erhielten wir auch vom jetzigen Ministerium und wir hoffen zuversichtlich, daß Frankreich, das eine große Rolle im Orient spielt, in edelmütiger Weise unsere berechtigten Bestrebungen fördern wird. (Beifall und Händeklatschen.) Auch Italien, das klassische Land der nationalen Idee, erwiderte unsere Vorstellungen und Aufklärungen mit großer Sympathie. (Lebhafter Beifall.) Noch vor der Balfourschen Erklärung gab uns der gewesene Premierminister Signor Boselli seine feierlichen Versprechungen und kurz nach dem Beschluß des englischen Kabinetts wurde die Balfoursche Erklärung von der italienischen Regierung bestätigt. So erschienen wir vor der Friedenskonferenz zu Paris und in San Remo, zum ersten Male nach 2000 Jahren, als Vertreter eines Volkes. Wir haben unser Recht auf die nationale Heimstätte geltend gemacht und dieses Recht wurde uns zuerkannt. Das kann nicht mehr geändert werden. (Stürmischer Beifall.) Die neue Epoche. Die neue Epoche jüdischer Geschichte wurde eingeleitet. Der Zionismus ist zum verbrieften Völkerrecht geworden und nichts kann diese Tatsache ungeschehen machen. Palästina ist das verheißene Land der Bibel und die Bibel ist keine vergilbte Papyrusrolle. Zu unseren Gunsten spricht das heilige Recht der Nationen, an dem nicht zu mäkeln ist. Wir haben die international anerkannte Balfoursche Deklaration, die nicht in einen Papierfetzen umgewandelt werden kann. (Lebhafte Zustimmung.) Nun heißt es mit dem Leben ringen. Wir sind uns wohl bewußt, daß die Schaffung einer jüdischen Heimstätte nicht mit einem „Es werde!" vollzogen werden kann. Aber keinerlei Hindernisse, Prüfungen, Krisen und Vorurteile werden uns von unserer historischen Bahn ablenken. Wir sind in die Völkerfamilie wieder eingetreten. Hat irgend ein Volk ein Recht, seine Eigentümlichkeit und Nationalität zu behaupten, so ist es das jüdische. Durch einen harten Kampf ums Dasein hat sich in ihm auch ein starkes Bewußtsein seiner inneren Kraft und seines großen Berufs im Völkerleben ausgebildet. Ein Volk, welches für seine Existenz gelitten hat und leidet wie kein einziges Volk in der Welt, kann nicht aus dem Buche der Lebendigen gestrichen werden. Das Bewußtsein seiner Nationalität ist seine geschichtliche Ehre und hat ein Recht darauf, geschont und anerkannt 25

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