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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 13

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 13 (sequence 23)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4313-3480457
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ERSTER VERHANDLUNGSTAG Donnerstag, den 1. September 1921. 1. (Vormittag-) Sitzung. Beginn: 10 Uhr 40 Minuten vorm. Präsident der Zionistischen Organisation Dr. Chaim Weizmann (mit jubelndem, langandauerndem Beifall und Händeklatschen, Hüteschwenken und Zurufen im Saale und auf der Galerie begrüßt. — Spricht hebräisch): Geehrter Kongreß! Es ist acht Jahre her, seit wir zuletzt zum Kongreß zusammentraten, Jahre schicksalsreicher Wandlungen im Leben der Nationen. Sie waren nicht weniger bedeutungsvoll für das jüdische Volk. Wenn wir unsere heutige Lage mit jener von 1913 vergleichen, so müssen wir staunen, daß ein so kurzer Zeitabschnitt so gewaltige Veränderungen gebracht hat. Wie war die Lage vor acht Jahren? Nach Jahren anstrengender Arbeit hatte sich uns die Ueberzeugung aufgezwungen, daß wir vor einer unübersteigbaren Mauer standen, die wir mit den gewöhnlichen politischen Mitteln nicht durchbrechen konnten. Die Kraft des jüdischen nationalen Willens schuf sich in dieser Lage zwei Mittel zur Erringung unseres Zieles: die allmähliche Erweiterung und Stärkung unseres Jischuw in Palästina und die Verbreitung des zionistischen Gedankens in allen Schichten des Judentums. Unsere Kolonisationsarbeit hatte die ersten Stadien unsicherer und zufälliger Versuche erfolgreich überwunden und konnte einer Periode ständigen Wachstums entgegensehen. Wir hatten eben einen siegreichen Kampf für die Vorherrschaft der hebräischen Sprache in Palästina ausgefochten, einen Kampf, der den Pulsschlag unseres Jischuw belebt und sein Selbstvertrauen und sein Bewußtsein einer hohen nationalen Aufgabe gestärkt hatte. Wir näherten uns ernstlich der Aufgabe, unseren großen Plan einer hebräischen Universität in Jerusalem zu verwirklichen. Auch in der Diaspora sahen wir, wie unser nationaler Gedanke Boden gewann, und durften hoffen, daß es uns durch stetige Arbeit gelingen würde, ihm den ihm zukommenden Platz im Leben des jüdischen Volkes zu gewinnen. 13

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