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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 361

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 361 (sequence 368)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4280-3480423
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— 361 — Das Wort hat nunmiehr Herr Prof. Warburg. Prof, Dr. Warburg (mit stürmischem, lang andauerndem, sich immer wieder erneuerndem Beifall empfangen): Hochverehrter Kongreß! Wir sind am Ende einer bedeutungsvollen Sitzungswoche angelangt. Sie haben unter der Leitung eines energischen und würdevollen Präsidiums in langen und teilweise recht schwierigen Debatten und Diskussionen über die Ihnen vom Actions-Comite vorgelegten Referate ernst verhandelt; Sie haben hierbei ausgiebig Gelegenheit gehabt, die zweijährige Tätigkeit der Leitung zu prüfen. Wenn das Resultat Ihrer Beurteilung dieser Arbeit ein für die bisherige Leitung günstiges gewesen ist,, so ist sich diese wohl bewußt, daß der Fortschritt unserer Bewegung doch nur zum geringen Teile ihrer Tätigkeit zuzuschreiben ist, daß vielmehr das Hauptverdienst der Mitarbeiterschaft so vieler tapferer Mitkämpfer gebührt, von denen nur ein Teil, wenn auch ein sehr maßgebender, augenblicklich unter uns weilt. Sie haben es für gut befunden, die bisherige Leitung im großen und ganzen wiederzuwählen, das E. A. C, d. h. den Arbeitsausschuß der Leitung, sogar vollständig, indem Sie den bisherigen fünf ein sechstes Mitglied hinzugesellt haben. Das bisherige E. A. C. begrüßt den neuen Kollegen aufs herzlichste (lebhafter Beifall) und ist fest davon überzeugt, daß die Wahl unseres so hochverdienten und treuen Mitstreiters Dr. Tschlenow eine überaus glückliche gewesen ist und der Arbeit, die uns bevorsteht, außerordentlich förderlich sein wird. (Lebhafter Beifall.) Ich glaube, ich kann im Namen des gesamten Actions-Comites, und des E. A. C. im besonderen, dem Kongreß für dies Zeichen des Vertrauens hier den herzlichsten Dank aussprechen und dem Kongreß versichern, daß es das Bestreben der neuen Leitung sein wird, auf den bisherigen Bahnen und mit verstärkter Energie weiterzuschreiten. (Stürmischer Beifall.) Der Kongreß hat uns so viel neue Aufgaben gestellt und vorgezeichnet, daß es der Leitung noch schwerer sein wird als in der vorigen Periode, sie auch nur einigermaßen zu Ende zu bringen,, denn dazu treten noch die vielen unerledigten oder kaum in Angriff genommenen Arbeiten früherer Zeiten. Wenn wir trotzdem nicht verzagen, so geschieht es, weil uns dieser Kongreß mehr als irgendein bisheriger die Ueberzeugung verliehen hat, daß unsere Arbeit von dem Willen und der Psyche weiter jüdischer Volksmassen getragen wird, und daß die Impulse, die wir mit unseren schwachen Mitteln zu geben imstande sind, von den breiten Schichten unseres Volkes tausendfach verstärkt wieder zu uns zurückkehren. (Lebhafter Beifall.) Die Anregungen, welche dieser Kongreß uns gegeben hat, genügen zur Ausfüllung 'unseres ganzen Lebens, und Sie werden daher nicht verlangen,, daß wir zum nächsten Kongreß schon mit großen, entscheidenden Erfolgen vor Sie treten. Aber das jüdische Volk hat in seiner zweitausendjährigen Leidensgeschichte Geduld und Standhaftigkeit gelernt wie kein anderes auf der Erde, und aus diesen beiden Charaktereigenschaften resultiert mit Notwendigkeit

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