Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 364)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476276--4276-3480419- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 357 — greß 1 Im Namen meiner Kollegen im E. A. C. bitte ich Sie, den Antrag des Herrn C o w e n abzulehnen. (Lebhafter Beifall.) Wenn Sie, geehrter Kongreß, uns wirklich das Vertrauen schenken, das Sie uns die ganze Zeit hindurch durch Kundgebungen gezeigt haben, so müssen Sie doch zugeben, daß wir uns die Sache reiflich überlegt haben, daß wir den Mann geprüft haben, den wir nach Konstantinopel als meinen Mitarbeiter zu schicken beschlossen haben. Die zionistische Sache und besonders die Erfolge in bezug auf unsere zionistische Tätigkeit sind uns ebenso am Herzen gelegen, wie einem jeden anderen von Ihnen. Und wenn wir uns daher unsere Mitarbeiter wählen, so müssen Sie uns das Recht hierzu zugestehen. Ich bitte Sie, meine sehr geehrten Herren, unseren Vorschlag anzunehmen und keinen anderen. (Lebhafter Beifall. — Zwischenrufe.) Vizepräsident Dr. Gaster: Meine Herren, wollen Sie ruhig sein! Wenn nicht, müssen Sie ruhig sein. (Heiterkeit.) Der weitergehende Antrag ist der des Referenten über das Budget, und dieser liegt Ihnen vor. Der Kongreß wird jetzt darüber abstimmen, das Budget in der Form, wie es Herr Dr. Hey m a n n hier vorgelegt hat, anzunehmen oder abzulehnen. Die Abstimmung findet jetzt statt. Wer für den Antrag ist, den Herr Dr. Heymann im Namen der Budgetkommission vorgetragen hat, erhebe die Hand. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Geschieht. — Stürmischer Beifall.) Der Antrag ist mit allen .... (lebhafte Zwischenrufe.) Ruhe! Ruhe! Der Antrag ist mit allen gegen sechs Stimmen angenommen. (Lebhafter Beifall. — Lärm.) Del. Cowen: Ich protestiere! Es waren viel mehr als sechs Kontrastimmen. Vizepräsident Dr. Gaster: Da Einspruch gegen das verkündete Resultat erhoben worden ist, bitte ich den Kongreß, noch einmal die Gegenprobe zu veranstalten und bitte diejenigen Herren, die dagegen stimmen, ihre Hände noch einmal in die Höhe zu halten, damit wir einwandfrei die Zahl nennen können. (Geschieht. — Zwischenrufe.) Es kommt ja nicht ganz genau darauf an. Nichtsdestoweniger sind wir bemüht, Ihnen die Zahl genau anzugeben. Es sind also 22 dagegen, soweit wir hier konstatieren können. (Widerspruch.) Meine Herren, ich kann mich nur nach den offiziellen Angaben richten. (Lebhafter Beifall.) Herr Dr. Bodenheim er hat das Wort zu einer Mitteilung. Vizepräsident Dr. Bodenheimer (mit lebhaftem Beifall begrüßt): Verehrter Kongreß! Ich muß Sie für einen Augenblick wieder mit einer Mitteilung, die den Nationalfonds betrifft, in Anspruch nehmen. Diese Mitteilung wird Sie alle erfreuen. Sie ist ein Beweis der hochherzigen Gesinnung eines galizischen Gesinnungsgenossen. Wie Sie heute morgen erfahren haben, ist durch das Los einer der 30 Bewerber bestimmt worden, in das neue goldene Buch als erster eingetragen zu werden, und zwar Herr Juda Bornstein aus Dempice. Dieser Gesinnungsgenosse hat in Erfahrung gebracht, daß eine Anzahl unserer Freunde beabsichtigt, bei Gelegenheit des 50. Geburtstages des Ingenieurs Ussischkin, unseres Führers in Rußland, diesem eine Ehrung dadurch zu bereiten, daß sie ihn in das goldene Buch eintragen wollen. Daraufhin hat Herr Juda Bornstein folgende Erklärung abgegeben (liest): „Mit großer Freude nehme ich zur Kenntnis, daß bei der Verlosung des Syjum für den II. Band des goldenen Buches mein Name gezogen und mir damit der erste Platz in diesem Bande gesichert worden ist. Da aber eine Anzahl Gesinnungsgenossen die Absicht äußerte, Herrn U s s i s c hk i n anläßlich seines 50. Geburtstages besonders zu ehren, erkläre ich mich gerne bereit, diese Absicht zu ermöglichen, indem ich Herrn