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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 330

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 330 (sequence 337)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 330 — verlieren dürfen und in der von mir ex präsidio vorgeschlagenen Weise verfahren müssen. DeL Chasanowitsch (jiddisch): Es ist unmöglich, daß wir über eine so wichtige Frage hinübergehen und die Sache bloß an die Kommission verweisen können. Wir müssen uns über die Kulturfrage hier unbedingt klar aussprechen. Präsident Wolffsöhn: Herr Chasanowitsch, damit wir uns eben aussprechen können und nicht bis Mittag die Sache bloß herunterraspeln sollen, damit wir Ruhe haben, eben deshalb habe ich meinen Vorschlag gemacht. Jetzt haben wir 12 Uhr. Wir sind mit dem Bankreferate um 1 Uhr fertig. Punkt 3 Uhr fangen wir mit der Generalversammlung an, an welcher nur Aktienbesitzer mitzuberaten berechtigt sind, und dann können wir in aller Ruhe diese Debatte fortzetzen. Ich glaube, es haben mich alle verstanden, und nun bitte ich jene Herren, welche für meinen Vorschlag sind, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! (Nach einer Pause.) Der Antrag ist angenommen. (Lebhafter Beifall.) Das Wort hat Herr Dr. Katzenelsohn zu seinem Bankreferat. Berichterstatter Dr. Katzenelsohn: Hochverehrter Kongreß! In diesem Jahre sind es . . . (Unruhe.) Präsident Wolffsohn: Ich bitte die Herren, die Plätze einzunehmen. Ich bitte darum besonders diejenigen, die sich für die Bankfrage interessieren. Berichterstatter Dr. Katzenelsohn: In diesem Jahre sind es fünfzehn Jahre geworden, seitdem die jüdische Kolonialbank gegründet worden ist. In diesem Juli sind es zehn Jahre geworden, seitdem unsere A. P. C. ihre Tätigkeit begonnen hat. Wenn ich Ihnen diese Zahlen nenne, so ist es nicht . . . Präsident Wolffsohn: Einen Augenblick! Die Mitglieder des Permanenzausschusses werden gebeten, sich jetzt im Zimmer Nr. 20 zu versammeln. Die Herren, die dort hingehen wollen, bitte ich, sich sofort hinauszubegeben und dabei möglichst Ruhe zu halten. Berichterstatter Dr. Katzenelsohn: Wenn ich diese Zahlen nenne, so ist es nicht . . . (Unruhe.) Präsident Wolffsohn: Ich bitte, Herr Dr. Katzenelsohn, ich muß Ihnen Ruhe schaffen, sonst kommen Sie nicht von der Stelle. Die Herren, die hinausgehen wollen, bitte ich, dies zu tun, diejenigen aber, die hier bleiben, wollen die Plätze einnehmen. Berichterstatter Dr. Katzenelsohn: Wenn ich diese Zahlen nenne, so ist es nicht, um eine Jubelstimmung hier auf dem Kongresse hervorzurufen. Zum Jubilieren haben wir Juden wirklich keine Veranlassung. Ich nenne diese Zahlen, weil ich glaube, daß die Zeit gekommen ist, wo man eine gewisse Musterung halten muß, wo man einen Rückblick auf das werfen kann, was wir in dieser Zeit durchgemacht haben und was uns bevorsteht. Meine Verehrten! Wenn man einen so schweren Weg durchgemacht hat, wie wir, einen Weg, der steil und mühsam ist, einen Weg, wo man sich mitunter erst Bahn brechen mußte mit der Axt und mit dem Beile, einen Weg, wo einem oft die Steine hingeworfen werden, nicht nur von Feinden, sondern mitunter auch von Freunden, ist es absolut notwendig, Umschau zu halten und sich zu fragen: Ist man eigentlich den richtigen Weg gegangen, waren wir wirklich auf dem Wege, der zu dem ersehnten Ziel führt oder war dies nicht der Fall. Sie werden daher verzeihen, wenn ich diesmal nicht nur einen trockenen Bericht, wie üblich, über die Daten der letzten zwei Jahre gebe, sondern diesmal etwas allgemeiner über unsere Banken spreche. Es ist dies nicht leicht, weil unsere Bank ein Unikum bildet, wie das jüdische Volk selbst ein Unikum ist und schon so viele Unici geschaffen und in der Kolonial-

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