Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 303)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 296 — gelangt ist und als Unterrichtssprache für die verschiedenen Lehrfächer verwendet wird. Stehen wir nun einmal auf diesem Standpunkte, so ist unser Verhältnis zur Sprachenfrage des Technikums von selbst gegeben. Wir können nicht zugeben, daß in einer Lehranstalt, die auf dem Nationalfonds gehörendem Boden errichtet wird, eine andere Sprache als die hebräische vorherrschen soll. (Lebhafter Beifall.) Wollen wir aber unser Möglichstes dazu tun, daß die hebräische Sprache im Lande vorherrschend wird, so ist hierfür eine vielseitige Vorbereitungsarbeit unumgängliche Voraussetzung. In erster Reihe müssen wir dafür sorgen, daß in der Metropole des jüdischen Volkes eine autoritative Zentrale geschaffen wird, die für die Entwicklung und Verbreitung (unserer nationalen Sprache in Palästina und in der Diaspora sorgen soll. Ich schlage Ihnen deshalb folgende Resolution vor: 4. Der Kongreß bevollmächtigt eine Gruppe von Sprachforschern, die ihren ständigen Wohnsitz in Jerusalem haben, die Zentrale zu bilden für die gesamte Arbeit zur Wiederbelebung iund Entwicklung der hebräischen Sprache. Diese Zentrale soll in beständigem Kontakte stehen mit den jüdischen Gelehrten und Schriftstellern in der Diaspora. Der Kongreß erlegt dem Actions-Comite die Pflicht auf, diese Zentrale in jeder Weise moralisch zu fördern und sie auch materiell zu (unterstützen. Der Organisation und dem Arbeitsprogramm der Zentrale liegt das Bestreben zugrunde, die Zelle zu bilden, aus der sich in Zukunft die hebräische philologische und literarische Akademie ausbilden soll. Es ist selbstverständlich, daß dieser Zentrale vor allem auch jener Mann angehören soll, der zuerst die Wiederbelebung der hebräischen Sprache proklamierte, Ben -Jehuda in Jerusalem. Ben- Jehuda hat auch in seinem großangelegten Wörterbuch ein Hilfsmittel nach dieser Richtung geschaffen, das nicht hoch genug angeschlagen werden kann. Ich beantrage hier deshalb, auch folgende Resolution anzunehmen: 5. Der Kongreß erblickt im Ben-Jehudaschen Wörterbuch eine bedeutsame Stütze für die Bestrebungen zur Neubelebung der hebräischen Sprache und drückt den Wunsch aus, daß die zionistische Organisation die Fortsetzung des Werkes durch materielle Hilfe fördert. Die nationale Grundlage für die zukünftige Akademie ist aber eine große Zentralbibliothek. Der Keim für ein derartiges Institut ist ja in der den unermüdlichen Bemühungen des unter uns weilenden Dr. Chasanowitz zu verdankenden Nationalbibliothek gegeben. (Lebhafter Beifall.) Meine Herren, nicht durch Beifall und Händeklatschen werden Sie unserem Chasanowitz Ihren Dank abstatten, sondern dadurch, daß sie das von ihm begonnene Werk zu Ende führen. Und es ist nicht Sache einer Einzelperson oder einer einzelnen Gruppe, dieses Institut zu einer wirklichen Nationalbibliothek auszugestalten, die unserem Volke z!u Ehren gereichen würde. Dies wird erst der Fall sein, wenn sich unsere allgemeine nationale Organisation, die zionistische Organisation, der Sache annimmt.