Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 292)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 285 — dienst, daß 'sie als erste die Milchwirtschaft in einer jüdischen Kolonie eingeführt hat. (Lebhafter Beifall.) Ich muß noch auf eines zurückkommen, was Herr Kann berührt hat, weil dies sonst zu falschen Deutungen Anlaß geben könnte. Herr Kann hat gesagt, um Landkäufe durchzuführen und Verkäufe vorzunehmen, braucht man nicht die P. L. D. C, dazu genügt Herr Dr. Ruppin allein. Das ist nicht richtig. Gerade Herr Kann hat erst jüngst in einem Briefe an die A. P. C, von dem er mir eine Kopie zugeschickt hat, der Meinung Ausdruck gegeben, daß man mit dem Palästina-Amte keine Geschäfte machen könnte, weil das Palästina-Amt keine juristische Person sei. Ja, wie soll ich Landkäufe — das sind doch Rechtsgeschäfte — abschließen, wenn ich mich nicht auf eine juristische Person stützen soll? Diese juristische Person ist eben die P. L. D. C. Die gibt dem Palästina-Amte die Firma, unter der es in Palästina die Parzellierungstätigkeit bewirken kann. Ich muß noch weiter sagen, daß der Vorschlag K a n n s, man soll mit dem Gelde des Nationalfonds Lehrer nach Palästina entsenden, mir ganz unzweckmäßig erscheint. In der ganzen Welt achtet der Bauer viel mehr das praktische »Beispiel als den Theoretiker, und warum sollen wir wirklich unser teueres Geld für die Lehrer ausgeben, die nach Palästina ohne jede Kenntnis der palästinensischen Verhältnisse kommen, wenn wir die Möglichkeit haben, die Sache in praxi vorzudemonstrieren. Aber schließlich sind das Zweckmäßigkeitsfragen. Ueber all das könnte man in Ruhe mit Herrn Kann sprechen. Ich werde meine Ansicht verteidigen und werde seine mit der größten Bereitwilligkeit anhören, aber man soll nicht, weil man einen beliebigen Vorschlag macht, alle andern verwerfen und sie als nicht zweckmäßig bezeichnen. Herr Kann hat sich auch darüber beschwert, daß er persönlich angegriffen wurde. Ich kann sagen, daß mir nichts ferner lag, als ihn anzugreifen, und daß ich nur den Zweck verfolgte, die Palästinaarbeit, die mir teuer ist, gegen eine Kritik zu verteidigen, die ich als berechtigt nicht anerkennen kann. (Lebhafter, langanhaltender Beifall.) Vizepräsident Dr. Ehrlich: Die Debatte ist nunmehr vollständig geschlossen. Bevor wir zur Abstimmung schreiten, will ich Ihnen mitteilen, daß um 8 Uhr abends im Beethovensaale im Konferenzzimmer ein Lichtbildervortrag über den Nationalfonds stattfindet. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Diejenigen, die sich für den Nationalfonds interessieren, mache ich auf diesen Vortrag aufmerksam. Wir haben Lichtbilder zusammengestellt, welche eine vollständige Instruktion für alle Vertrauensmänner bilden, in welcher Form und mit welchen Mitteln Sie die Propaganda in ihren Ortsgruppen betreiben können. Ich glaube, daß dieser Vortrag für alle Delegierten, die für den Nationalfonds arbeiten, außerordentlich interessant sein wird. (Beifall.) Vizepräsident Dr. Ehrlich: Es liegen zwei Gruppen von Anträgen vor. 1. Der Antrag des Dr. Halpern, 2. der Antrag der Föderation Poale Zion und des Herrn Je 11 in. Diese beiden Anträge werden im Einvernehmen mit den Antragstellern der Palästinakommission zugewiesen. Del. Dr. Halpern: Verehrter Kongreß! Heute morgen hatte ich die Ehre, im Namen einer größeren Gruppe von Freunden Ihnen eine Resolution vorzuschlagen, die den Abschluß dieser großen und ernsten Palästina-Debatte bilden soll. Mit Ihrem Einverständnis ist die kurze, in wenigen Worten bestehende Begründung, die ich meiner Resolution